Der Vorwurf lautet auf "Untreue zum Nachteil mehrerer Wohnungseigentümergemeinschaften". Die Sprecherin der Ulmer Staatsanwaltschaft, Ayfer Kaplan-Pirl, bestätigte auf Anfrage der NWZ, dass die Behörde wegen dieses Tatverdachts gegen einen Hausverwalter aus einem Göppinger Stadtbezirk Anklage erhoben hat. Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft soll der Mann sich in den Jahren 2009 bis 2012 in genau 229 Einzeltaten verschiedene Beträge unrechtmäßig angeeignet haben. Die Staatsanwaltschaft nennt eine Gesamtsumme von 330.000 Euro, auf die sich die Anklage bezieht.

Die Ermittlungen von Polizei und der Staatsanwaltschaft gehen bereits auf das Jahr 2012 zurück. Ein Sprecher des Landgerichts Ulm bestätigte, dass das Gericht die Anklage derzeit aber noch prüfe. Ob und wann es zu einem Hauptverfahren komme, stehe noch nicht fest.

Bereits Ende 2012 war für den heute 60-jährigen Hausverwalter auch ein Insolvenzverfahren eröffnet worden. Insolvenzverwalter ist die Ulmer Kanzlei Winterhoff. Wie viele Gläubiger seither ihre Forderungen an die Hausverwaltungsfirma gestellt haben, wollte der Sachbearbeiter Andreas Glib mit Hinweis auf das laufende Verfahren nicht bekannt machen. Die einzelnen Forderungen würden derzeit geprüft. Nach Informationen der NWZ summieren sich die von den Gläubigern angemeldeten Summen gegen den Mann ebenfalls auf mehrere hunderttausend Euro.

Einer der Betroffenen aus einer Ebersbacher Wohnungseigentümergemeinschaft berichtet, dass über Jahre hinweg auf verschiedene Arten Geld verschwunden sei - unter anderem über nicht vorhandene Rücklagenkonten und mehrfach abgerechnete Verwaltergebühren. Allein seine sechsköpfige Eigentümergemeinschaft soll um fast 20 000 Euro geprellt worden sein.

Erst vor wenigen Wochen war bekannt geworden, dass die Staatsanwaltschaft Stuttgart in einem anderen Fall Anklage gegen einen Waiblinger Hausverwalter erhob, der in 764 Einzeltaten das Geld von Wohnungseigentümern abgezweigt und einen Schaden von 1,7 Millionen Euro verursacht haben soll.

Was sagt "Haus und Grund"?