Expedition An Bord eines Forschungsschiffs

Die Göppinger Schüler gehen heute in Friedrichshafen an Bord der Aldebaran, die seit 1992 weltweit im Einsatz ist.
Die Göppinger Schüler gehen heute in Friedrichshafen an Bord der Aldebaran, die seit 1992 weltweit im Einsatz ist. © Foto: Stiftung
Göppingen / Susann Schönfelder 26.05.2018

Abtauchen einmal anders: Fünf Schüler des Technischen Gymnasiums am Göppinger Berufsschulzentrum stürzen sich morgen nicht im Freibad in die Fluten, sondern gehen auf dem Bodensee auf Tauchstation. Die Jugendlichen gehen an Bord des Forschungs- und Medienschiffs Aldebaran und erkunden mit einer Drohne die Unterwasserwelt des Bodensees. Mit dabei ist auch eine Unterwasserkamera, die in Tiefen von bis zu 50 Meter und mehr hochauflösendes Bildmaterial aufzeichnen kann, teilt die Baden-Württemberg-Stiftung mit. Die Schüler können die Drohne selbst steuern und live am Monitor verfolgen.

Morgen um 9 Uhr werden Vincent Baumann, Sebastian Esenwein, Marc Fürst, Moritz Jünger und Jan-Hendrik Spiegel zusammen mit den Begleitlehrerinnen Dr. Annette Schäfer und Sarah Grassegger am Hafen in Friedrichshafen an Bord der Aldebaran gehen und nach einer umfassenden Einführung ablegen und zum Einsatzort segeln. Dort werden sie Proben entnehmen, ebenso stehen Untersuchungen, Messungen und Experimente auf dem Programm. An Bord des Forschungsschiffs werden die Göppinger Schüler zusammen mit dem renommierten Gewässerökologen Dr. Hannes Imhof von der Technischen Universität München wissenschaftliches Arbeiten kennen lernen.

Die Freude war groß, als die Schüler der Jahrgangsstufe 1 mit Profil Mechatronik vor etwa vier Wochen von der Expedition erfuhren. „Wir hätten das nicht erwartet“, sagt ihr Lehrer Matthias Becer. Er begleitet die Schüler bei einem naturwissenschaftlichen Projekt. Die Idee: Sie bauen ein Auto, das elektrisch betrieben wird und dessen Bremsenergie in Form von Hitze nicht verpufft, sondern zurück in die Batterie geführt wird. Das Projekt läuft zwei Jahre, vor einem Jahr haben sich die Göppinger Schüler mit ihrer Idee beim Wettbewerb der Baden-Württemberg-Stiftung „mikro makro mint“ beworben, die solche Projekte fördert. Seit acht Monaten tüfteln die technikbegeisterten Jugendlichen an ihrem Auto – „alles außerhalb der Schulzeit“, betont ihr Lehrer. Die Expedition an den Bodensee sei nun eine Art Honorierung für ihre Arbeit, sagt Matthias Becer, der selbst morgen nicht an Bord gehen kann, weil er die Pfingstferien anderweitig geplant hatte.

Die Göppinger Gruppe ist eine von 20 Jungforscher-Teams aus dem ganzen Land, die seit dem 14. Mai auf der Aldebaran beobachten, forschen und experimentieren dürfen. Die Baden-Württemberg-Stiftung will mit ihrem Programm „mikro makro mint“ das Interesse an den sogenannten MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) fördern. Höhepunkt des Programms ist für ausgewählte Schülerteams dieser Tag auf dem Forschungsschiff.

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