OB-Wahl Amtsinhaber Guido Till gewinnt Göppinger OB-Wahl

Göppingen / HELGE THIELE 14.10.2012
Mit klarer Mehrheit hat Amtsinhaber Guido Till am Sonntag die OB-Wahl für sich entschieden. Im ersten Wahlgang holte er mit 61,9 Prozent der Stimmen den Sieg.

Ein spannender Wahlabend sieht anders aus. Schon die ersten Ergebnisse, die Sonntagabend kurz nach 18 Uhr auf der Leinwand im Großen Sitzungssaal im Göppinger Rathaus auftauchten, zeigten einen eindeutigen Trend: Amtsinhaber Guido Till lag überall klar vorn. Zwar konnte auch Christoph Weber zweistellige Ergebnisse erzielen, doch der Grüne, der zumindest auf einen zweiten Wahlgang gehofft hatte, lag weit hinter Till.

Die übrigen Herausforderer des Oberbürgermeisters, der sich gestern erfolgreich um eine zweite Amtszeit bewarb, rangierten unter ferner liefen. Vor allem bei den SPD-Anhängern herrschte blankes Entsetzen, als schnell klar wurde, dass ihr Kandidat Stefan Sünwoldt aus Schleswig-Holstein nicht einmal über fünf Prozent kommen würde. Am Ende des kurzen Wahlabends landete Sünwoldt, der im Wahlkampf nicht von der kompletten Göppinger SPD unterstützt worden war, bei 4,4 Prozent.

Christoph Weber schaffte mit 14,2 einen Achtungserfolg, zeigte sich aber „enttäuscht“. Er kündigte an, er werde auch künftig „grüne Ziele und Inhalte“ in die Stadtpolitik einbringen. Holger Weiss erzielte 8,5 Prozent der Stimmen, der Stadtrat und ehemalige Göppinger Baubürgermeister Joachim Hülscher 7,2 Prozent, der Linke-Stadtrat Christian Stähle 2,4 Prozent und Hartmut Hering 0,9 Prozent. Auf Sonstige entfielen 0,5 Prozent. Dabei handelte es sich um Personen, die sich gar nicht beworben hatten, aber trotzdem Stimmen bekamen. So gab es zwei Stimmen für den Göppinger Ex-OB Reinhard Frank, den Till vor acht Jahren besiegt hatte. Jeweils eine Stimme gab es für Frisch-Auf-Trainer Velimir Petkovic und den Liedermacher Harald Immig.

Applaus für den Wahlsieger Guido Till

Als um 18.48 Uhr 44 der 60 Wahlbezirke ausgezählt waren, lag Guido Till bereits mit 61,7 Prozent vorn. Um 19.12 Uhr brandete Applaus auf: Der Wahlsieger betrat mit seiner Ehefrau Heike Hildebrandt und dem achtmonatigen Sohn Aaron den Sitzungssaal. Bravo-Rufe wurden laut, und dem Gewinner war seine Erleichterung anzumerken. Die Erste Beigeordnete der Stadt, Gabriele Zull, war die erste Gratulantin. „Ich wünsche Ihnen viel Weisheit, Kraft und Freude für ihre neue Amtszeit“, sagte sie und überreichte dem Sieger einen großen Blumenstrauß.

Dann ergriff Till das Mikrofon. „Es ist ein sehr bewegender Augenblick für mich und die positive Quittung für die vergangenen acht Jahre“, sagte der OB. Er sei „dankbar und voller Demut“, denn er wisse, dass man nichts geschenkt bekomme. Till bedankte sich nicht nur bei seinen Unterstützern, sondern ausdrücklich auch bei seinem Hauptkonkurrenten Christoph Weber (Grüne) für dessen „fairen Wahlkampf“. Mit keinem Wort ging Till dagegen auf das Flugblatt der SPD ein, die am Tag vor der OB-Wahl darauf abzielte, den Amtsinhaber als Menschen herabzuwürdigen. Im Rathaus wurde die „Schmutz-Kampagne“ am Sonntag scharf kritisiert.

An Webers Adresse gerichtet, kündigte Till an: „Wir werden gut und zum Wohle der Stadt zusammenarbeiten.“ Gemeinsam mit allen Stadtpolitikern würde Till gerne darüber nachdenken, „ob wir die Stimmung im Gemeinderat nicht verbessern können“. Für diese Aussage erhielt Till neuerlichen Applaus. Der Wahlkampf, so der 57-Jährige, sei „sehr schwer“ gewesen, da er „sehr kurz und intensiv war“. Was Till besonders freute: Er bekam mehr Stimmen als bei der Wahl 2004. Waren es damals 8942, wählten ihn am Sonntag 9335 Göppinger zum OB. Allerdings war die Wahlbeteiligung einmal mehr kein Grund zur Freude: Sie lag nur bei 37,3 Prozent. Vor acht Jahren hatte sie 43 Prozent betragen.

Tills zweite Amtszeit beginnt am 13. Januar kommenden Jahres.

Die Ergebnisse im Überblick:

Guido Till: 61,9 % (9335 Stimmen)
Christoph Weber: 14,2 % (2143)
Holger Weiss: 8,5 % (1281)
Joachim Hülscher: 7,3 % (1096)
Stefan Sünwoldt: 4,4 % (669)
Christian Stähle: 2,4 % (359)
Hartmut Hering: 0,9 % (133)

Sonstige bekamen 0,5 % (77 Stimmen). Davon erhielt die Sozialbürgermeisterin Gabriele Zull 20 Stimmen, die Stadträte Emil Frick und Stefan Horn erhielten 8 bzw. 7 Stimmen.

Weitere Zahlen zur Wahl:

Wahlberechtigte: 40.760
Wähler: 15.213
Ungültige Stimmen: 120
Gültige Stimmen: 15.093

Die Tabellen mit den Ergebnissen aller Wahlbezirke gibt es hier.
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