AM SET: "James Bond ist mehr Lebensstil als Job"

Der Regisseur Sam Mendes möchte sich wieder mehr dem Theater widmen.
Der Regisseur Sam Mendes möchte sich wieder mehr dem Theater widmen. © Foto: dpa
BARBARA MUNKER, DPA 30.07.2015

Sam Mendes hat genug, zumindest von James Bond. Im BBC-Interview offenbarte der britische Regisseur, dass er keinen weiteren Bond-Film plane. "Man muss dafür alles andere hintanstellen. Das ist mehr ein Lebensstil als ein Job", sagte Mendes. Fast fünf Jahre seines Lebens hätten "Spectre", der Ende Oktober in die Kinos kommt, und der 007-Vorgänger "Skyfall" verschlungen. Eigentlich wollte der ambitionierte Theater-Regisseur schon nach "Skyfall" einen Schlussstrich ziehen, ließ sich aber von den Produzenten überreden.

Am 1. August feiert Mendes seinen 50. Geburtstag und will offenbar zu seinen Theater-Ursprüngen zurück. Dort fühle er sich zuhause, die Bühne sei überschaubarer. Aber ob Hollywood oder Bühne, der Sohn eines britischen Schriftsteller- Paares hat längst freie Wahl. Bereits mit 23 Jahren war er im Londoner Theaterviertel West End ein renommierter Regisseur, der mit der Oscar-Preisträgerin Judi Dench arbeitete. Mit 27 Jahren leitete er sein eigenes Theater und arbeitete für die Royal Shakespeare Company und das Royal National Theatre.

Kinoangebote schlug er lange aus, bis die Hollywood-Legende Steven Spielberg dem jungen Engländer das Drehbuch für "American Beauty" zeigte und ihm die Regie anbot. Der Rest ist Oscar-Geschichte. Mit 34 Jahren gab Mendes in Hollywood sein Regiedebüt. Die bitterböse Gesellschaftssatire über die Spießbürgerwelt in einer US-Vorstadt holte im Jahr 2000 auf Anhieb fünf Oscars.

Danach stand ihm Hollywood offen. Mit Tom Hanks und Paul Newman drehte er den Gangsterfilm "Road to Perdition" (2002), mit Jake Gyllenhaal das Kriegsdrama "Jarhead - Willkommen im Dreck" (2005), mit Kate Winslet und Leonardo DiCaprio das Gesellschaftsdrama "Zeiten des Aufruhrs" (2009). Mit Kate Winslet verband ihn damals noch mehr: Die beiden hatten 2003 geheiratet, 2010 allerdings ihre Trennung bekannt gegeben.

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