Die Mitarbeiter der Göppinger Kletterstube in der Östlichen Ringstraße waren sichtlich zufrieden: Der Tag der offenen Tür war von der ersten Minute an gut besucht und in der Kletterhalle herrschte reges Treiben. „So wollen wir das“, freut sich Markus Potz. „die Besucher sollen unsere vielfältigen Angebote und natürlich den Klettersport kennenlernen“, so der 36-jährige Winzinger, der als Referent für die Kletterwand in der Sektion Hohenstaufen des Deutschen Alpenvereins – mit 4500 Mitgliedern übrigens der größte Verein im Kreis – ehrenamtlich tätig und für den Betrieb der Anlage verantwortlich ist.

Vor allem Kinder versuchten an der Kletterwand mit zwölf Metern Höhe, unter Anleitung von Trainern und mit einem Seil gesichert, hochzusteigen, wofür viel Kraft und Konzentration nötig ist. Bei den meisten klappte der Einstieg an der 450 Quadratmeter großen Kletterfläche gleich überraschend gut. Manche benötigten mehrere „Anläufe“.

Im Alter von acht Jahren sei der Einstieg in den Klettersport im Allgemeinen möglich, meint Bettina Risel, die mit der Trainerlizenz C ausgestattet und im Verein für das Ausbildungswesen zuständig ist. „Man kann den Einstieg aber nicht unbedingt am Alter festmachen“, erklärt sie, „die geistige Reife ist wichtig, denn die Kinder sollten sich gegenseitig sichern können“.

„Seit Mai 2017 wird die Kletterstube von fünf Mitgliedern ehrenamtlich betrieben und hat einen eigenen Eingang“, weiß Markus Potz. Zuvor sei man nur über das benachbarte Fitnessstudio in die Vereinsräume gekommen. Weitere 25 Leute seien helfend tätig und unterstützen, wann immer es nötig ist. „Uns fehlt es vor allem an Jugendleitern“, klagt Bettina Risel. Die Jugendgruppen seien überfüllt und es müssten deshalb Wartelisten geführt werden.

„Wir sind stolz darauf, dass wir seit Öffnung der Kletterstube im Jahre 1992 keine schlimmen Unfälle hatte“, sagt Markus Potz und führt den Grund unter anderem auf das Eingangsprozedere bei Neulingen zurück, die intensiv beraten würden. Sie könnten sich zunächst die Ausrüstung leihen und an der Wand einen Schnupperkurs besuchen. Kinder würden auf jeden Fall spielerisch in den Klettersport eingeführt werden, damit sie mit Freude zur Sache gehen würden.

Für eine eventuell neue Kletterhalle an der Hohenstaufenstraße gegenüber dem Sportvereinsstadion existieren bereits Pläne. Die befänden sich zur Zeit aber noch im Prüfstadium, meinte Markus Potz mit Blick in die Zukunft. Eine Entscheidung sei deshalb noch nicht gefallen. Die Sache sei aber keinesfalls vom Tisch.

Eine Kletterhalle mit Struktur


Die Halle der Göppinger Kletterstube mit 450 Quadratmetern Kletterfläche und zwölf Metern Wandhöhe bietet neben dem Kletterspaß echte Besonderheiten. So können in der Wand eingebettete Kiesel, Steine und Fossilien in den Routen mitbenutzt werden und schulen den Blick fürs echte Felsklettern.