Die Hiobsbotschaft wurde Mitte Oktober bekannt: Der Uhinger Automobilzulieferer Allgaier kündigte einen umfangreichen Stellenabbau an, 244 Jobs standen zunächst auf der Kippe. Nun gibt es Hoffnung, dass es nicht ganz so knüppeldick kommt wie befürchtet: „Wir sind zuversichtlich, da die Weichen richtig gestellt wurden“, sagte gestern Renate Gmoser, die stellvertretende IG-Metall-Chefin im Landkreis Göppingen. Aus ihrer Sicht müssten Kunden, Banken, Gesellschafter und Arbeitnehmer ihren Beitrag dazu leisten, dass Allgaier wieder in die Spur kommt. Dabei steht auch die Forderung des Arbeitgebers im Raum, dass die Belegschaft temporär auf Weihnachts- und Urlaubsgeld verzichten müsse. Die IG Metall wurde in dieser Frage zu Verhandlungen aufgefordert.

Stellenabbau Allgaier-Werke Uhingen Bei Allgaier stehen 244 Jobs auf der Kippe

Uhingen

Werkzeugbau soll erhalten bleiben

Das wichtigste Ziel der Arbeitnehmervertreter, den Werkzeugbau aus strategischen Gründen zumindest zum Teil am Standort Uhingen zu halten, kann offenbar erreicht werden. „Dadurch wird die Zahl der Arbeitsplätze, die verloren gehen, natürlich deutlich nach unten korrigiert“, betonte Renate Gmoser, ohne genaue Angaben zu machen. Mitarbeiter, die bei der Betriebsversammlung dabei waren, berichten von 100 Jobs, die nach diesem Konzept noch auf der Kippe stünden. Diese Zahl könnte aber schnell wieder Makulatur sein, denn am Donnerstag steht der nächste Verhandlungstermin an.

Konjunktureinbruch und Stellenabbau Bei Firmen im Kreis Göppingen droht Kurzarbeit

Göppingen

Kein Kommentar bei laufenden Verhandlungen

Der Allgaier-Betriebsratsvorsitzende Stilianos Barembas möchte zu den aktuellen Entwicklungen keine Stellung nehmen: „Ich will Stand heute nichts dazu sagen“, meinte er auf Anfrage der NWZ. Und auch der Vorsitzende der Geschäftsführung, Helmar Aßfalg, bittet um Verständnis, dass er während der laufenden Verhandlungen keine Wasserstandsmeldungen kommentieren möchte. Die Firma hatte unter anderem den Strukturwandel in der deutschen Automobilbranche als Grund für den Stellenabbau genannt.