Göppingen Alles ist immer anders

Wilhelm Otto Geberzahn aus Schwäbisch Gmünd zeigt derzeit seine Ausstellung "Alles ist immer anders" im Göppinger Christophsbad. Foto: Hans Steinherr
Wilhelm Otto Geberzahn aus Schwäbisch Gmünd zeigt derzeit seine Ausstellung "Alles ist immer anders" im Göppinger Christophsbad. Foto: Hans Steinherr
Göppingen / HANS STEINHERR 24.02.2012
Ist es so, wie wir es sehen, so wie man es uns sagt? W. Otto Geberzahn malt poppig schöne Bilder, die die Wahrnehmung hinterfragen. Er zeigt seine Ausstellung "Alles ist immer anders" im Christophsbad.

"Alles ist immer anders, weil es gar nicht anders geht und weil Anderssein den Unterschied ausmacht", sagt der Maler Wilhelm Otto Geberzahn. Der Schwäbisch Gmünder ist selber anders, hat Architektur studiert, Marketing für Büromöbel gemacht, als Chefredakteur für mehrere Magazine gearbeitet und Bücher über Design, Wahn und Sinn geschrieben. Seit zehn Jahren betreibt er sein eigenes Büro für Kommunikation. Und er malt anders, weil er nicht glaubt, dass es immer so ist, wie es scheint, wie es wirkt, wie man sagt.

Ein misstrauischer Mensch? Jedenfalls wirkt er nicht so. Eher kritisch, nachdenklich, immer die Wahrnehmung hinterfragend. Besser, man begegnet auch seinen Bildern so. Aber bitte nicht zu ernst.

Geberzahn stellt derzeit im Christophsbad aus. Der Titel: "Alles ist immer anders". Am Zugang - wo auch sonst - hängt der Wächter. Ein bulliger Typ, der so tief schläft, dass ein Rabe auf seinem Kopf herumspazieren kann. Den Sinn von Rekorden, bei denen es um tausendstel Sekunden geht, stellt Geberzahn bloß - und fest, dass, wer nein sagt, meist vor sich selber erschrickt und dann doch froh ist, dem würgenden Ja entkommen zu sein.

Dieses Jahr geht er in Rente, dann kann er ausgiebig das tun, was ihm immer schon Spaß gemacht hat: zu malen. Er male so, wie es unserer Zeit entspricht, in der sich alles überlagert, sagt er. Und dass Übermalung etwas abdeckt und zugleich frei lässt und neue Elemente generiert. Diese Vielschichtigkeit soll der Bildidee einen adäquaten Ausdruck verleihen. Um zu finden und zu entdecken. Eindeutigkeiten strebt Geberzahn dabei ausdrücklich nicht an. Sich zum Ungefähren zu bekennen ist ihm wichtiger, als alles immer alles von vornherein zu wissen. Das Herstellen von Bildern ist für ihn "Herumtasten in einem unendlichen Raum", in dem man sich verlaufen und die Orientierung verlieren kann. Weil alles immer anders ist - also auch das Gegenteil -, kann alles aber auch so sein, wie es ist. Dann bleibt es, wie es ist. Auch die Geberzahn-Ausstellung. Und die ist sehenswert.

Info Öffnungszeiten sind die Besuchszeiten des Christophsbades. Ausstellungsdauer: bis 2. April.

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