Göppingen Allergien möglichst schnell therapieren

Einer der drei Experten: Dr. Guido Mühlmeier informierte über Allergien.
Einer der drei Experten: Dr. Guido Mühlmeier informierte über Allergien. © Foto: Staufenpress
Göppingen / Maximilian Haller 13.04.2018
Beim Arzt-Patienten-Forum informierten Experten über Ursache, Diagnostik und Behandlungen bei Allergien.

Was genau sind eigentlich Allergien? Habe ich eine Allergie oder doch eher eine Nahrungsmittelunverträglichkeit? Und welche Arten von Behandlungsmöglichkeiten gibt es? Fragen wie diesen gingen am Mittwoch drei Experten beim Arzt-Patienten-Forum in der Stadthalle nach.

Dr. Guido Mühlmeier, Oberarzt am Allergologischen Zentrum im Bundeswehrkrankenhaus Ulm sprach über die häufigsten Auslöser von Atemwegsallergien. Mit 86 Prozent seien Pollen die weitesten verbreiteten Allergene. Sie treten jahreszeiten-, beziehungsweise temperaturabhängig auf. Zusätzlich zu saisonalen Allergenen gebe es auch noch Allergene, die das ganze Jahr über gleich stark vertreten seien, erklärte Mühlmeier. Dazu gehören Milben und Schimmelpilze.

Um Allergien zu diagnostizieren, gibt es mehrere Möglichkeiten, eine der effektivsten ist dabei die Anamnese, also die eingehende Befragung des Patienten. „Mit der Anamnese können wir zu 70 bis 75 Prozent vorhersagen, welche Arten von Allergien vorliegen“, so Mühlmeier. Weitere Erkenntnisse könne man durch Blutabnahme erlangen, oder durch Verwendung eines Allergenchips, mit dem bis zu 100 Allergene auf einmal getestet werden können. Diese Art von Test werde laut Mühlmeier allerdings nur in Ausnahmefällen eingesetzt.

Mit den Zusammenhängen von Allergien und Atemwegserkrankungen beschäftigte sich beim Forum Dr. Christian Laskowitz, Facharzt für Innere Medizin und Pneumologie in Göppingen. „Wir beobachten eine zunehmende Tendenz von allergischen Reaktionen“, erzählte Laskowitz. Allein in Deutschland seien 20 bis 30 Millionen Menschen davon betroffen, wobei das Allergierisiko erblich bedingt sei. Heuschnupfen gehe zudem oftmals in Asthmaerkrankungen über, weswegen es empfehlenswert sei, Allergien möglichst früh zu therapieren.

Ähnlich wie bei anderen Allergien steht bei der Diagnostik von Asthma die Anamnese im Vordergrund. Durch Lungenfunktionsüberprüfung und Auslöserdiagnose lasse sich das Asthma in unterschiedliche Schweregrade einteilen. Die Behandlung erfolge danach oft durch Cortison, was bei inhalativer Nutzung laut Laskowitz nahezu komplett frei von Nebenwirkungen sei.

Dem Thema Nahrungsmittelunverträglichkeiten (NMU) widmete sich Dr. Juliane Rieker-Schwienbacher, Oberärztin am Zentrum für Dermatologie und Allergologie im Klinikum Stuttgart/Bad Canstatt. Man unterscheide zwischen klassischen und pollen-assoziierten Unverträglichkeiten. Bei einer klassischen NMU können selbst Spuren von Lebensmitteln teils lebensgefährliche allergische Reaktionen auslösen. Pollen­-assoziierte  Unverträglichkeiten sind hingegen Begleiterscheinungen einer Pollenallergie. Für Betroffene gilt hier: allergieauslösende Lebensmittel meiden, erhitzen oder schälen. Die Experten waren sich einig: die Volkskrankheit Allergie nimmt stetig zu, sie wird jedoch nur selten von den Betroffenen als solche erkannt. Bei richtiger Diagnose können Allergien gut therapiert werden.