Göppingen Alle Generationen unter einem Dach

Auf diesem Platz, wo jetzt das Ortswappen Bartenbachs zu sehen ist, soll schon bald ein Mehrgenerationen-Wohnprojekt stehen.
Auf diesem Platz, wo jetzt das Ortswappen Bartenbachs zu sehen ist, soll schon bald ein Mehrgenerationen-Wohnprojekt stehen. © Foto: Giacinto Carlucci
MIRIAM KAMMERER 05.02.2014
Sie haben einen Traum und einen Plan: Die Initiative "kunterbunt wohnen" will in Bartenbach ein Mehrgenerationen-Wohnprojekt realisieren. Ein Grundstück ist reserviert. Jetzt werden Mitstreiter gesucht.

Einen Platz in der Ortsmitte haben sie sich ausgeguckt. An der Ecke Lerchenberger Straße und Bärenstraße soll schon bald ein Mehrgenerationen-Wohnprojekt entstehen. Dort, wo bis vor zehn Jahren Landwirtschaft betrieben wurde, sollen in Zukunft Menschen jeden Alters leben.

Die Idee zu "kunterbunt wohnen" entstand vor knapp drei Jahren in der Zukunftswerkstatt der Stadt Göppingen. Über Leben und Wohnen im Alter habe man damals gesprochen, erinnert sich Susanne Heinzmann. Zusammen mit ihrem Mann Jörg ist die 54-Jährige Ansprechpartnerin für die Initiative. Bisher sind sie zu siebt, sechs kommen aus Bartenbach. Teilweise kennen sie sich schon länger. Seit Mai vergangenen Jahres trifft sich die Gruppe regelmäßig, um das gemeinsame Wohnprojekt voranzutreiben.

Das Grundstück bei der Lerchenberger Straße ist in städtischer Hand. Im Oktober habe man bereits Kontakt zu den Fraktionen aufgenommen. Im Dezember seien sie bei Oberbürgermeister Guido Till gewesen, sagt Heinzmann. Der Plan sei von allen Seiten positiv aufgenommen worden. In der jüngsten Sitzung des Bezirksbeirats habe die Initiative Planungssicherheit bekommen, so Bezirksamtsleiter Frank Muschalla. Das Grundstück ist vorläufig ein Jahr für "kunterbunt wohnen" reserviert.

Jetzt gilt es für die Initiatoren, die Werbetrommeln zu rühren und Mitstreiter zu finden. 20 bis 25 Interessierte seien nötig, sagt Heinzmann. Die Gruppe sucht Menschen aller Altersstufen, Paare, Familien und Singles. Menschen unterschiedlicher sozialer Herkunft und kulturellen Hintergrundes seien willkommen. Das Haus soll barrierefrei werden. "Jeder hat eine abgeschlossene Wohnung, es wird keine WG", so Heinzmann. Gemeinschaftsräume seien dennoch geplant. Und nachhaltig soll es werden, informiert ein Flyer.

"Wir wollen viel selbstständig machen", sagt Susanne Heinzmann. Als Bauherrengemeinschaft stehen da alle Möglichkeiten offen. "Es gibt keinen Investor, der einfach was überstülpt", streicht Heinzmann den Vorteil der Form hervor. Von Anfang an planen die Mitglieder selber mit. "Wir haben eine Satzung", so Heinzmann. Das Prinzip der Initiative sei basisdemokratisch. "Aber es wird Mehrheitsentscheidungen geben", erklärt Heinzmann. "Endlosdiskussionen" seien nicht zu befürchten. Während der Werbephase werde parallel geplant und jeder könne sich einbringen. Auf fachlichen Rat wollen die Mitglieder der Gruppe nicht verzichten. Der werde geholt, wenn entsprechender Sachverstand gebraucht wird.

Bauherrengemeinschaft