„Ich bin froh, dass wir das Insulin haben. Früher waren die Leute mit Fünfzig auf dem Friedhof und Kinder mit Diabetes hatten keine Überlebenschance“, sagte Kewal Lekha vom Göppinger Bezirksverband der Diabetiker Baden-Württemberg am Welt-Diabetestag. Der Aktionstag war erstmals 1991 von IDF (International Diabetes Federation) und der Weltgesundheitsorganisation eingeführt worden.

In Göppingen fand der Aktionstag im Rathaus statt. Baubürgermeister Helmut Renftle wies in seinem Redebeitrag darauf hin, dass der Diabetiker-Bezirksverband wertvolle Aufklärungsarbeit leiste und erklärte, was die Stadt unternimmt. Nach Zahlen von 2012 habe jeder Elfte in Deutschland Diabetes, das seien 9,3 Prozent der Bevölkerung im Alter von 18 bis 79 Jahren. Etwa zwei Millionen Menschen hätten die Krankheit, ohne es zu wissen. Renftle betonte, wie wichtig die Bausteine Ernährung und Bewegung seien. In den Kindergärten werde über gesunde Ernährung aufgeklärt und in der Mörikestraße entstünden „Bewegungsräume für alle“. Man sei bemüht, eine fußgängerfreundliche, kinder- und jugendfreundliche Innenstadt zu schaffen.

Mit einer schwarzen undurchsichtigen Brille auf der Nase trat die SPD-Bundestagsabgeordnete Heike Baehrens ans Rednerpult, um zu demonstrieren, dass Diabetes oft unerkannt unterwegs sei und man ihm die Brille abnehmen müsse. Als Mitglied im Gesundheitsausschuss des Bundestages liege ihr das Thema am Herzen, denn „hinter jeder Krankheit steckt ein Schicksal“.

Das Begleitprogramm gab den Besuchern die Möglichkeit, sich direkt und ohne Voranmeldung bei den anwesenden Ärzten von der Klinik am Eichert, Chefarzt Dr. Peter Richter und dem Leitenden Oberarzt Dr. Jürgen Haspel, beraten zu lassen. Die Diätassistentin der AOK Neckar Fils, Sabine Spies, informierte über gesunde Kost. Bei den Optikern Janette und Stefan Horn konnte man sich die Netzhaut kostenlos begutachten lassen. Denn ein unerkannter Diabetes führt unter anderem zu Augenerkrankungen. Vor dem Rathaus herrschte Andrang bei der Luftballonaktion und beim Glücksrad. afb