Göppingen/Stuttgart Agenturchef folgt dem Ruf des Ministers

Der neue und bald schon wieder frühere Agenturchef: Rolf Schumacher.
Der neue und bald schon wieder frühere Agenturchef: Rolf Schumacher.
Göppingen/Stuttgart / SUSANN SCHÖNFELDER UND DPA 13.06.2012
Erst am 1. Mai hat er als Leiter der Agentur für Arbeit in Göppingen angefangen, am 1. Juli soll Rolf Schumacher nach Stuttgart wechseln. Wirtschaftsminister Schmid hat ihn zum Ministerialdirektor ernannt.

Fliegender Wechsel bei der Göppinger Agentur für Arbeit: Der Leiter Rolf Schumacher, der erst am 1. Mai die Nachfolge von Martin Scheel angetreten hatte, wird Göppingen wieder verlassen und seine Zelte in Stuttgart aufschlagen. Schumacher soll zum 1. Juli neuer Ministerialdirektor im Finanz- und Wirtschaftsministerium werden, erklärte Minister Nils Schmid (SPD) gestern. Hintergrund ist die Facebook-Affäre um Daniel Rousta. Der frühere Ministerialdirektor hatte sich in dem sozialen Netzwerk unflätig über Frauen und die FDP geäußert, Schmid trennte sich daraufhin von seinem Amtschef und präsentierte jetzt - knapp zwei Monate nach dem Rauswurf - einen Nachfolger: den parteilosen Arbeitsmarktexperten Schumacher.

Wie es nun in Göppingen weitergeht, ist noch unklar: "Die Nachricht kam sehr kurzfristig und überraschend. Über die Nachfolge kann man derzeit noch nichts sagen", meinte gestern der stellvertretende Pressesprecher der Göppinger Agentur, Michael Ziegler. Kehrt womöglich der frühere Leiter, Martin Scheel, in die Hohenstaufenstadt zurück? Nur so viel: "Es wird natürlich nach einer Lösung für die vakante Stelle gesucht, und es werden alle denbkaren Möglichkeiten durchgespielt", sagt Ziegler.

Der frühere Göppinger Agentur-Chef Martin Scheel war im Zuge der Umstrukturierung der Behörde in gleicher Funktion an den Standort Ludwigsburg gewechselt. Im Gegenzug wechselte Schumacher, vorher Leiter der Mannheimer Agentur, ins Filstal. Ende Mai zog der gebürtige Heidelberger das erste - und vielleicht das einzige Mal - Bilanz über den Arbeitsmarkt in der Region (zum Agenturbezirk gehören die Landkreise Göppingen und Esslingen) - und war sehr zufrieden: "Der Agenturbezirk Göppingen steht im Vergleich mit anderen Agenturen in Baden-Württemberg sehr gut da. Beim Rückgang der Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahr liegen wir an dritter Stelle - nur in zwei Agenturen im Südwesten ist die Arbeitslosigkeit stärker zurückgegangen."

Nach dem kurzen Intermezzo in Göppingen beginnt für den 47-Jährigen, der geschieden ist und eine 16-jährige Tochter hat, nun eine neue Zeit. Mehr als zehn Jahre war Schumacher in verschiedenen Funktionen bei der Arbeitsagentur beschäftigt. Er ist Volkswirtschaftler und Wirtschaftsinformatiker. Schumacher sagte der dpa, er habe fast drei Jahre lang die Agentur für Arbeit in Mannheim mit 650 Mitarbeitern geleitet und habe daher Führungserfahrung. Er betonte, er wolle als Amtschef vor allem nach innen wirken. Und: Er sei nicht bei Facebook oder Twitter aktiv.

Als Fachmann für Arbeitsmarktfragen sieht sich Schumacher gut gerüstet für den neuen Job. "Der Arbeitsmarkt ist ein sehr wichtiger Bestandteil der Wirtschaft." Als Volkswirtschaftler und Kind eines Unternehmers habe er viele Verbindungspunkte zur Wirtschaft.

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