Göppingen / Margit Haas Das Thema Müll treibt nicht nur die Landkreisbewohner um. Auch im Göppinger Gemeinderat sorgt es für Diskussionen.

Die guten Nachrichten am Anfang: Der Entsorger der Gelben Säcke verspricht eine zuverlässigere Abfuhr als in der Vergangenheit. Und am kommenden Montag können sich die Landkreisbewohner in die Diskussion zur künftigen Abfallwirtschaft einbringen. „Das ist die Lehre, die wir aus der Diskussion um das Müllheizkraftwerk gezogen haben“, bekennt Dirk Hausmann, der Leiter des Abfallwirtschaftsbetriebes des Landratsamtes.

Auf Antrag der Freien Wähler Göppingen (FWG) hatte sich der Gemeinderat mit dem Thema Müllentsorgung befasst und es emotional diskutiert. „Die Bevölkerung ist stinksauer“, wusste Dr. Emil Frick, Fraktionsvorsitzender der FWG zu berichten. Und wollte von Hausmann Antworten zur aktuellen Diskussion zum künftigen Abfallwirtschaftskonzept. Der Betriebsleiter konnte ein Stück weit Entwarnung geben. Neue Tonnen für alle Kreisbewohner seien eine Anregung eines externen Gutachters.

Zur Frage der Mindestleerungen, die auf jeden Fall bezahlt werden müssen, verwies Hausmann auf die Gefahr von wilden Müllablagerungen. „Im Ostalbkreis, der keine Mindestleerungen berechnet, fallen jährlich 2000 Tonnen wilden Mülls an. Im Landkreis Göppingen sind es 400 – und das soll nicht mehr werden.“

Ebenso emotional wie die grundsätzliche Frage der Abfallwirtschaft wurde die bislang teilweise sehr unzuverlässige Abfuhr der Gelben Säcke diskutiert. „Wir entschuldigen uns und versprechen Ihnen, dass wir die Probleme abstellen werden.“ Jan Bordewick, der Standortleiter in Reichenbach von Remondis, war „von uns hierher zitiert worden“, hatte Hausmann betont. Denn Remondis erledigt im Auftrag des Deutschen Dualen Systems die Abfuhr der Gelben Säcke. Bezahlt wird dies vom Verbraucher über den grünen Punkt auf wiederverwertbaren Verpackungsmaterialien. Bislang hatte Remondis einen Subunternehmer beauftragt, übernimmt das Einsammeln der Säcke seit diesem Jahr aber selbst „mit mehr Fahrzeugen“, so Bordewick und Klaus Thielmann von der Regionalverwaltung Süd, der eigens aus München angereist war.

Den Spott der Stadträte zogen die beiden auf sich, als sie auf Probleme aufgrund von Schnee hinwiesen. Sie sagten aber zu, dass künftig Abfuhrtermine nicht mehr vorverlegt würden – ab 2020. Denn die Termine für dieses Jahr sind bereits festgelegt. Armin Roos (SPD) wollte Ausreden nicht gelten lassen: „Wir haben uns lächerlich gemacht“. Denn im vergangenen Jahr hatte die Stadt geregelt, dass Gelbe Säcke am Vorabend der Abholung nicht vor 18 Uhr auf die Straße gestellt werden dürfen. „Und dann bleiben sie teilweise eine Woche stehen“, wetterte er. Um dem entgegen zu wirken, würde Oberbürgermeister Guido Till am liebsten die Gelbe Tonne einführen. „Damit würden wir der Anonymisierung des Gelben Sackes entgegenwirken.“ Till hatte erinnert, dass der städtische Betriebshof vor Weihnachten Gelbe Säcke entsorgen musste. „Da entstehen Kosten, für die wir nicht zuständig sind.“ Der Rathauschef bemängelte auch, dass die Qualität der Säcke mehr und mehr zu wünschen übrig ließe. Auch die Frage Tonne oder Sack wird im Rahmen der neuen Konzeption der Abfallwirtschaft aktuell diskutiert.

Info Interessierte Bürgerinnen und Bürger sind am 18. Februar um 17 Uhr ins Kreissparkassenforum zum „Bürger­dialog zur Zukunft der Abfallwirtschaft im Landkreis Göppingen“ eingeladen.

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Am Montag lädt der Landkreis zu einem Infoabend mit Diskussion ein. Es geht um Müll, Biobeutel und Gelbe Säcke – ums Sammel- und Gebührenkonzept.