Waldstetten Abwasser nach Salach

Waldstetten / HARALD PRÖHL 21.09.2012
Wißgoldingen entsorgt künftig sein Abwasser in der Kläranlage des Zweckverbands Mittlere Fils in Salach. Eine Leitung wird gebaut.

Mit einem symbolischen ersten Spatenstich wurde gestern in Wißgoldingen ein 1,5 Millionen Euro teures Projekt auf den Weg gebracht. Statt einer neuen Kläranlage wird Waldstettens Teilort Wißgoldingen einen Anschluss an die Verbandskläranlage in Salach erhalten. Ende August 2013 soll das Projekt fertig sein.

"Die bisherige Käranlage Wißgoldingens ist baulich in die Jahre gekommen", erklärte Waldstettens Bürgermeister Michael Rembold, "und in einem schlechten Zustand". Die Tropfkörperanlage habe sich geologisch bedingt um 20 Zentimeter gesenkt; langfristig sei daher nicht mehr mit einem störungsfreien Betrieb zu rechnen. Ein Neubau würde drei Millionen Euro kosten. Bei der Suche nach Alternativen sei man auf die Salacher Kläranlage gestoßen, die noch über freie Kapazitäten verfüge - zwischen 40 und 50 Prozent.

"Von drei möglichen Lösungen haben wir uns für die Variante Leitung nach Reichenbach entschieden", sagte Rembold, "denn die 1,6 Kilometer brauchen durch das vorhandene Gefälle keine zusätzlichen Pumpen". Die Gelegenheit sei günstig und spare dazu Geld und Energie. Der Abwasser-Zweckverband Mittlere Fils habe positiv auf die Anfrage reagiert, da die Kläranlage nach der Pleite der Papierfabrik nicht ausgelastet ist.

"Außerdem ist das "gutes" Abwasser", fügte Betriebsleiter Andreas Rössner hinzu. "Nicht aus der Industrie und es sind organische Stoffe dabei." Die würden über Gas im Blockheizkraftwerk der Anlage in elektrische Energie umgewandelt. "Die Bürger Wißgoldingens haben dieses Vorgehen als richtig bezeichnet", weist Rembold auf eine Bürgerbefragung hin. Dabei führe dieses schwierige Projekt mitten durch ein sensibles Landschafts- und Wasserschutzgebiet - das setze beste Materialien und kompetenten Bau voraus.

Wißgoldingens Ortsvorsteherin Ingrid Banzhaf fühlte sich von der Muttergemeinde gut bedient. "Eine tolle Sache, dass wir hier andocken dürfen", freute sie sich.