Göppingen Abschluss mit Bravour

Göppingen / LILLI ELL 06.03.2012
"Meisterlich", "ein Genuss" - so äußerten sich Zuhörer am Ausgang. In der Tat war das Konzert, das der Rotary-Club Göppingen zugunsten der NWZ-Aktion "Gute Taten" veranstaltete, ein besonderes Erlebnis.

Schon Hesse wusste, dass jedem Anfang ein Zauber inne wohnt; in Abwandlung dieses Wortes gilt, dass zu einem guten Anfang auch ein entsprechender Abschluss der Gute-Taten-Aktion gehört, nämlich ein von Gerald Buß klug zusammengestelltes Bach-Programm für Solisten, Streicher, Basso Continuo mit Cembalo, das Buß selber mit Bravour spielte.

Im zweiten Brandenburgischen Konzert entzündete sich Bachs Fantasie an den farblichen Schattierungen von Oboe, Flöte, Trompete und Geige. Es verrät dem Zuhörer etwas über die Anforderungen, die ein deutscher Hofmusiker zu bestehen hatte. Die Musiker mussten eine große Anzahl von Instrumenten spielen, um überhaupt bei Hofe angestellt zu werden. In der Interpretation des Ensembles "Concerto Festivo" lagen die solistischen Partien bei Lutz Mandler an der Trompete, bei Maren Dreher an der Flöte, bei Kristy Wilson an der Oboe und bei Barbara Riede an der Violine. In bestem Zusammenspiel, mit atemberaubenden Tempi, erklang ein transparentes, klares Spiel der Solisten, immer wieder einzeln hervortretend, harmonisch ausgewogen im Zusammenspiel. Der erste Satz, das "Concertino", ist verwoben und komplex; alles scheint lustvoll durcheinander zu gehen, und doch gelang es den Ausführenden durch die Gesamtheit der Klänge eine Linie aufzuzeigen. Im zweiten Satz, dem "Andante", warfen sich die Soloinstrumente die musikalischen Bälle nur so zu, wobei sie stellenweise sehr schöne Momente erzeugten und doch für die nötige Entspannung zwischen den beiden rasanten Sätzen sorgten. Beim dritten Satz, einer Fuge, fordert der Eingang den Spielern so ziemlich alles ab. Das Orchester mit Gerald Buß am Cembalo war ein verlässlicher Begleiter, der den rasanten Tempi der Solisten durchaus stand hielt.

Das zweite Werk war die Orchestersuite h-Moll für Flöte, Streicher und Basso Continuo. Elegant und engagiert konzertierte Maren Dreher die Soli für Flöte, um dann wieder gleichberechtigter Partner für das Orchester mit facettenreicher Klangfarbe zu sein. Grazie und geistige Beweglichkeit präsentierte sie in immer neuen Variationen. Die "Badinerie" war Anlass für ein weiteres ausgeklügeltes Flötensolo.

Im Konzert A-Dur war Kristy Wilson die Solistin, die ihrer Oboe damore runde, ausgewogene Töne entlockte. Dynamische fein abphrasierte Läufe, filigranes, variantenreiches Spiel zeichneten die drei Sätze dieses Konzerts aus.

Zum Schluss kam die Stimme sozusagen als Soloinstrument dazu. Sopranistin Gundula Peyerl sang die Kantate "Jauchzet Gott in allen Landen". Da waren die Solisten, besonders auch die Trompete, noch einmal herausgefordert. Und beide - die Sopranistin und der Trompeter - bestanden mit Auszeichnung. Die Töne perlten rein und filigran durch den Raum, Sopran und Trompete hielten mal stille, mal aufwühlende Zwiesprache miteinander. Die innige Färbung von Gundula Peyerls Sopran zusammen mit den variationsreichen Trompetensoli gab dem Konzert einen prachtvollen Abschluss. Der lang anhaltende Beifall war verdient.