Gastronomie Abschied: Die Mino Bar in Göppingen macht zu

Seit 1989 steht Jasmina Esposito hinterm Tresen und in der Küche der Mino Bar. Im September ist Schluss, das Haus wird abgerissen.
Seit 1989 steht Jasmina Esposito hinterm Tresen und in der Küche der Mino Bar. Im September ist Schluss, das Haus wird abgerissen. © Foto: Peter Buyer
Göppingen / Peter Buyer 19.06.2018
Jasmina Esposito macht den Laden dicht: Ende September ist Schluss mit der Mino Bar, nach 58 Jahren. Das Haus wird abgerissen.

Seit 1989 steht Jasmina Esposito hinterm Tresen und in der Küche der Mino Bar. Im September ist Schluss. Das Haus in der Göppinger Schützenstraße 15 soll einem Neubau weichen, Esposito muss raus. Vor kurzem hat sie sich mit dem Eigentümer des Hauses gütlich geeinigt und zugesagt, bis Anfang Oktober raus zu sein. „Etwas Wehmut ist schon dabei“, sagt Esposito, die den Laden von ihrem Vater übernommen hat.

Aber trotz des absehbaren Endes ihrer Mino Bar ist Esposito guter Dinge. „Es war klar, dass es hier irgendwann zu Ende geht.“ Etwas Neues hat sie noch nicht gefunden, „im Moment gibt es nichts zu pachten“. Allerdings ist sie nicht festgelegt, kann sich auch etwas anderes als Wirtin vorstellen, „ich bin ausgebildete Köchin“, sagt sie. Mit 54 könne man noch etwas Neues machen. Wie genau es für sie weitergeht, weiß sie nicht, sie lässt das auf sich zukommen. Nach dem letzten Mino-Tag am 25. September will sie erstmal in den Urlaub nach Ibiza.

„Mino II“ in Amerika

Aber auch wenn die Mino Bar in Göppingen geschlossen ist, geht es mit Mino weiter, nur nicht in Göppingen. Wer gar nicht ohne kann, der muss nach Amerika fliegen. Espositos Schwester betreibt im US-Bundesstaat Indiana das „Mino II“. Im Städtchen Garrett serviert Antonietta deutsche Küche wie Jägerschnitzel, hat aber auch etwas Italienisches auf der Karte. Und ein Biergarten fehlt auch nicht.

Vater Cosimo Esposito, er ist 88 Jahre alt und wohnt in Donzdorf, hat seinen Töchtern also etwas in die Wiege gelegt. Am 3. September 1960 war es soweit: Cosimo Esposito eröffnet die Mino Eisbar. Der Kanzler hieß damals noch Adenauer, der Göppinger OB Herbert König und Eis gab es noch nicht an jeder Ecke, aber in der Schützenstraße. Jasmina Esposito holt ein altes Foto hervor, über dem Fenster zur Straße hängt eine Neonreklame, „Mino Eisbar“ steht darauf. Der Schriftzug hängt schon lange nicht mehr am Haus, ist aber noch im Keller eingelagert. „Den nehme ich als Andenken mit, und die Zeitungsseite von 1960.“ Die Seite der NWZ vom Samstag, 3. September, hängt gerahmt im Gastraum. „Die ist bei der Renovierung vor acht Jahren aufgetaucht“, sagt sie.

Das Besondere: Unten auf der Seite hat ihr Vater Cosimo inseriert: „Mino Eisbar, ab heute geöffnet“. Nach 58 Jahren und drei Wochen ist Ende September Schluss. Und was machen die Stammgäste von Esposito, die sich oft schon vormittags in der Schützenstraße treffen? „Es gibt genug andere Läden“, sagt die Wirtin. Das lässt Stammgast Gerhard so nicht gelten, er hat noch Hoffnung: „Die Jasmina macht schon noch einen anderen Laden auf.“

Künftig Wohnungen und Geschäfte

Planung: Wenn die Mino Bar Geschichte und das Gebäude abgerissen ist, möchte ein Investor dort ein Wohn- Und Geschäftshaus bauen. Im Erdgeschoss Geschäftsräume, darüber drei Geschosse mit je drei Wohnungen und im Dachgeschoss zwei Wohnungen.

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