Aus der Traum: Die Simba-Dickie-Group (Umsatz 2013: 631 Millionen Euro), die von Märklin-Gesellschafter Michael Sieber geführt wird, trennt sich von einem ihrer Umsatzbringer. Die Filly-Pferde- und Einhornfiguren, die seit Jahren die Herzen kleiner Mädchen höher schlagen lassen, werden nicht mehr von dem Fürther Spielwarenkonzern vertrieben. Konzernchef Michael Sieber hat den Vertrag mit dem Lizenzgeber Dracco aus Hongkong gekündigt. Auf der derzeit laufenden Spielwarenmesse in Nürnberg stellt das Unternehmen deshalb schon keine Neuheiten der Fabeltier-Serie mehr vor.

Die Fillys haben gut acht Jahre bei Simba-Dickie die Kassen klingeln lassen. Insider gehen davon aus, dass in dieser Zeit in mehreren hunderttausend Kinderzimmern die Pferde- und Einhornfiguren Einzug gehalten haben. Für Experten kommt die Trennung von Lizenzgeber und Lizenznehmer deshalb auch überraschend. Michael Sieber sieht das allerdings anders. Gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) erklärte er, dass die Umsätze mit den Fillys im vergangenen Jahr rückläufig gewesen sei.

Seine Begründung für diese Entwicklung: Erfolgreiche Figuren- oder Sammelthemen erlebten traditionell einen schnellen Aufstieg und eine gute Hochphase, bevor das Interesse nachlasse und die Verkaufszahlen zurückgingen. Die Umsatzentwicklung mit den beliebten Tierfiguren sind allerdings nicht der einzige Grund. Die Zeitung zitiert Sieber damit, dass man mit dem Lizenzgeber nicht mehr klargekommen sei. Dass Simba-Dickie hohe Umsatzverluste wegstecken kann, hat der Fürther Konzern vor geraumer Zeit mit dem Wegfall der Disney-Prinzess-Lizenz bewiesen. Damals galt es, einen Umsatzverlust von 30 Millionen Euro aufzufangen, was Siebers Leuten gelungen war.

Die Mädchen indes müssen auf die Fillys künftig nicht verzichten. Das amerikanische Unternehmen Mastertoys übernimmt als neuer Lizenzpartner den Vertrieb. So werden die beliebten Tierfiguren auch weiterhin in den Regalen der Spielwarenläden stehen.