Göppingen Abenteuer mit Pippi amüsiert eher die Kleinen

Ein schönes Bühnenbild gab es beim Puppentheater aus Augsburg zu sehen. Kinder und Eltern wurden von Pippi Langstrumpf auf die Insel Taka Tuka Land geführt.
Ein schönes Bühnenbild gab es beim Puppentheater aus Augsburg zu sehen. Kinder und Eltern wurden von Pippi Langstrumpf auf die Insel Taka Tuka Land geführt. © Foto: Patricia Jeanette Moser
Göppingen / Patricia Jeanette Moser 10.04.2018
Einen Ausflug mit Pippi Langstrumpf ins Taka Tuka Land erlebten Eltern mit ihren Kindern beim Puppentheater, nicht alle waren begeistert.

Eine Puppenbühne im großen Theaterzelt erlebten die Eltern und Kinder bei der Premiere von „Pippi im Taka Tuka Land“. Insgesamt drei Tage gastierte das Puppentheater von Daniel Maatz aus Augsburg auf dem Dr.-Herbert-König-Platz im Stauferpark.

Als Pippilotta, Viktualia, Rollgardina, Pfefferminza, Efraimstochter Langstrumpf, stellte sich die kesse Pippi auf der Theaterbühne in Göppingen vor. Angelehnt an den dritten Band der Pippi-Trilogie von Astrid Lindgren führte das Abenteuer der drei Freunde Pippi, Tommy und Annika ins Taka Tuka Land.

Es gibt ein Wiedersehen mit Pippis Hausgenossen, ihrem Pferd „Kleiner Onkel“ und dem Äffchen „Herr Nilsson“. Pippi, als Hauptfigur, gibt sich kess mit Berliner Schnauze und manchmal sogar ein bisschen hektisch. Sie nimmt im Stück aber eine eher pädagogische Rolle ein und ist so gar nicht das „Lausemädchen“, aus dem Roman von Astrid Lindgren.  Dennoch sympathisch führt sie ihre Freunde Annika und Tommy durch das Geschehen. Mal befinden sich die Protagonisten im Keller von Pippi, dann auf der Insel Taka Tuka. Ein fliegendes Bett bringt die drei Freunde dorthin.

Ein Krokodil treibt auf der Südsee-Insel seinen Schabernack mit den Piraten, die ganz und gar nicht mutig sind. Papa Langstrumpf wird von Pippi unspektakulär befreit. Er zeigt sich mehr als lieber Opa, à la Käptn Blaubär von der Waterkant, als wie ein Seeräuberkönig. Auf Zuruf durften die Kinder im Publikum laut sein und Pippi vor Gefahren warnen und so ganz ins Geschehen eintauchen.

Das Puppenspiel  zielte auf die ganz Kleinen im Theaterzelt ab, was nicht jedem gefällt, wurde es doch für die ganze Familie und Kinder ab zwei Jahren beworben. Der Inhalt  berührt literarisch nur die Oberfläche des Kinderbuchklassikers. Die größeren Kinder, so bestätigt eine Mutter, langweilen sich zeitweise und sind unterfordert. Mehrere Vorhänge bringen zwar immer wieder ein kunstvoll gestaltetes Bühnenbild zum Vorschein. Wenn aber zur Überbrückung der Umbaupause das Äffchen Herr Nilsson hin und her tanzt, geht das auf Kosten des Stückes und erzeugt Unruhe.

Nur zehn Minuten vor Schluss entscheidet sich der Veranstalter dann noch zu einer Pause. Ein erneuter Verkauf von Popcorn und anderen Artikeln lässt den Spannungsbogen des Theaterstücks abrupt abfallen. Das Ende des Stückes vollzieht sich somit rasant und Pippi ist nach einem erneuten Vorhang schon wieder in der Heimat. Dieser Sprung lässt fast den Eindruck entstehen, als handle es sich beim Geschehen einzig um einen Traum. „Das monatliche Puppentheater in der Villa Butz in Göppingen ist mindestens genauso gut und kostet gerade mal ein Drittel von diesem Eintrittspreis hier“, ärgert sich eine Mutter, mit Blick auf den  Kostenfaktor und ihre gelangweilte Tochter (5). Zehn Euro für Kinder und Erwachsene wurden am Eingang bezahlt.

Der kulturelle Aspekt musste an diesem Nachmittag leider eindeutig vor dem kommerziellen in den Hintergrund treten. Nur Geburtstagskinder hatten Glück. Wenn sie ihren Ausweis zeigen, dürfen sie umsonst in die Vorstellung.

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