Konzert Abend der ganz großen Gefühle

Uhingen / Lilli Ell 20.01.2017

„Große Gefühle“ standen im Mittelpunkt des ersten Sonntagskonzerts von Musik auf Schloss Filseck im Leutrumsaal. Gundula Peyerl erwies sich hierbei nicht nur als großartige Sängerin, sondern auch als launige Moderatorin, die mit Geschichten über die Musikstücke und die Komponisten aufwartete.

Die Reise begann in der Renaissance mit drei Liedern von John Dowland. Zunächst verhaltene, bittersüße Lieder ließen ahnen, was sich später als große Gefühle in den Opern Bahn brach. Mit Georg Friedrich Händel betrat ein Komponist die Bühne, der schon zu seiner Zeit ein Künstlerunternehmen schuf. Seine Opern „Xerxes“, „Rinaldo“ oder auch „Alcina“ sind ein Beweis für sein Ansehen, und sein berühmtes „Halleluja“ wird bis in die heutige Zeit in alle Musikstile übertragen und aufgeführt. Händels „Airs“ wurden immer in den Pausen gespielt, und dieser Tradition folgte auch Gerald Buß, der aus der Klaviersuite Nr. 3 d-Moll das Air spielte mit feinen Nuancen und leichtfüßiger Spielart; die einfache Begleitung der linken Hand stellte die Melodieführung dadurch um so präziser heraus, perfekt als Zwischenspiel ins Programm geworfen.

Besonders die Opernarien waren feinfühlig interpretiert, einmal furios verzweifelt, dann wieder zart transparent, die ganze Palette der großen Gefühle besingend. Mit Edvard Grieg und Samuel Barber ging die Reise in die Romantik, die die Grenzen eher aufheben wollte mit einer Vorliebe für das Wunderbare und Fantastische. In diesen Liedern steht nicht nur der Mensch im Mittelpunkt, da spielt auch die Natur ihre Rolle.

Gundula Peyerl gab den Bildern und Emotionen feinfühligen Ausdruck, lebendig und traurig zugleich. Der Gesang der Nachtigall, die hellen Träume der Nacht versetzten die Zuhörer im Leutrumsaal in eine „strahlende Nacht voll sternengemachten Schatten“.

Nach der Pause gab es die Fortsetzung „des Musik gewordenen Lächelns eines Sommertraumes“. Von Georges Bizet und Jules Massenet, die immer wieder in Konkurrenz zueinander lagen, erklangen eher elegische und melancholische Töne. Noch einmal hatte Händel das Wort mit den ganz großen Gefühlen aus „Giulio Cesare“, mit dem vielleicht berühmtesten Liebespaar aller Zeiten: Cäsar und Kleopatra. Da ging es rasant und aufwühlend zur Sache, da konnte Gundula Peyerl alle stimmlichen Register ziehen, in schnellen präzisen Koloraturen sich aufschwingen, in Liebesdingen musikalisch schwelgen, mit kleinen Einwürfen die Musik szenisch gestalten und Gerald Buß zu herzerfrischender, spritziger Begleitung anstacheln; der Pianist trat hin und wieder solistisch in den Vordergrund, nahm sich aber gleich wieder zurück, um dem Gesang den nötigen Gestaltungsspielraum zu lassen.

Für den Schluss hatten sich die Künstler vier Shakespeare-Lieder von Erich Wolfgang Korngold ausgewählt. Mit dramatischem Gestus und einer leidenschaftlichen Mimik wurden diese Lieder der großen Gefühle Othellos und Desdemonas in Szene gesetzt.

Während der Vorträge hatte es Immer wieder Ahs und Ohs gegeben, der ganz große Beifall erklang am Schluss. Lilli Ell

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