Diamantene Hochzeit Hochzeit vor Weihnachten

Vor 60 Jahren heirateten Elisabeth und Eugen Braun.
Vor 60 Jahren heirateten Elisabeth und Eugen Braun. © Foto: Sabine Ackermann
Göppingen / Sabine Ackermann 23.12.2017
Heiraten am Tag vor Weihnachten? Elisabeth und Eugen Braun haben das vor 60 Jahren getan – und würden es wieder tun.

Früher ist man nach dem Spiel noch zusammengesessen, entweder in der Gaststätte Waldhorn oder im Clubhaus“, erzählt Eugen Braun von seinen ersten Begegnungen mit Elisabeth. Beide Jebenhäusener waren sich von Beginn an sehr sympathisch, ein gutes Jahr später haben sie dann am 23. Dezember 1957 geheiratet.

Die Älteren werden es noch wissen, früher hatte der TV Jebenhausen eine Handballabteilung. Von der C-Jugend an bekannt als Stürmer „Eugele“, schoss das Ehrenmitglied bis zum Schluss die Tore am liebsten für seine Elisabeth. Nach der Abteilungsauflösung Mitte der sechziger Jahre wechselte der heute 82-Jährige zum Fußball und war darüber hinaus im Männerchor. Nachdem er die Aufnahmeprüfung bestanden hatte, absolvierte Eugen Braun ab 1950 seine Lehre als Eisendreher bei Boehringer. „Dank meines zufriedenen Meisters Friedrich Euchner, durfte ich später die Hauptspindeln drehen“, erzählt er von seiner Arbeit. Als technischer Angestellter habe er zudem Maschinen auf der ganzen Welt vorgeführt, oft begleitete ihn dabei seine bessere Hälfte.

Darüber hinaus baute sich Eugen Braun zuerst in Donzdorf, hernach in Jebenhausen eine kleine Lohndreherei auf, seine Frau unterstützte ihn bei der Buchhaltung. „Währenddessen war meine Nähmaschine immer offen“, verrät Elisabeth Braun, die als gelernte Näherin auch zu Hause ihr Talent in Kreatives und Praktisches umsetzte. Noch gut im Gedächtnis blieb ihr Verdienst in der ehemaligen Textilfabrik Miller. „90 Pfennig in der Stunde bekam ich als ausgelernte Kraft, ein Paar Nylonstrümpfe kosteten damals 7 bis 8 Mark“, berichtet sie und erwähnt, dass sie dann in einer Bandagen-Fabrik zur Akkord-Arbeit wechselte.

„Dann kam ich zu Märklin, das hatte ich seinerzeit einem „Vetterle“ zu verdanken“, sagt die quirlige Seniorin lachend. Von 1958 bis 1970 machten Monika, Beate und Armin die Familie komplett, nachdem die Kinder aus dem Gröbsten raus waren, arbeitete sie zwanzig Jahre als Aushilfe beim Modehaus Finck. Auch ihre fünf Enkel im Alter von 37 bis 10 Jahren, die sie mit großgezogen hat, seien alle wohl geraten, freut sich „Uri“ darüber, so wird sie von ihrer Urenkelin, der zweijährigen Lia genannt.

Erfüllt war Elisabeth Braun außerdem von ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit, von 2003 bis 2016 unterstützte sie den Besuchsdienst der Klinik am Eichert im Auftrag der katholischen Kirchengemeinde Bruder Klaus und sang im Kirchenchor. Fasziniert vom Skifahren, hat sich das humorvoll agierende Ehepaar nach gediegenen Langlaufstrecken erst mit 50 Lenzen noch bis vor sieben Jahren auf die alpinen Bretter gewagt. Heute zählen zu ihren Hobbys mitunter Besuche beim Frisch Auf, gemeinsames Sudoku, Binokeln, ausgiebige Spaziergänge und der Garten. Der muss laut der Hausherrin „picobello“ sein, Unkraut hat da keine Chance.

„Ich bin dankbar, dass wir so lange beieinander bleiben dürfen“, betont Elisabeth Braun. Beide unterstreichen: „Wir haben ärmlich angefangen und sehr viel geschafft. Uns geht’s gut, wir sind zufrieden mit kleinen Einschränkungen, uns tut nichts weh. Wir würden wieder heiraten.“

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