Göppingen "Wir kommen wieder"

Göppingen / ULRIKE LUTHMER-LECHNER 16.06.2012
Rund 5000 begeisterte Besucher im Maientags-Festzelt feierten bei der fünften Auflage des NWZ-Blasmusikfestivals die acht mitwirkenden Kapellen. Die boten ein musikalisches Feuerwerk für alle Generationen.

Ein proppenvolles Festzelt, prächtige Stimmung und Blasmusik vom Feinsten, darüber freuten sich Veranstalter, Akteure und Besucher des 5. NWZ-Blasmusikfestivals. "Diese Veranstaltung hat immer von der Begeisterung des Publikums gelebt und das ist auch heute so", so Moderator Michael Branik, der locker und souverän durchs Programm führte.

Die rund 5000 Besucher, darunter viele junge Leute, hatten sich fesche Dirndl und lässige Krachlederne aus dem Schrank geholt. Pünktlich griff Joachim Rath vom Musikverein Kuchen zum Dirigentenstab und legte sich mit seiner Kapelle ins Zeug für ihr Debüt. Ein schwungvoller Auftakt in einen Abend im Zeichen traditioneller und moderner Blasmusik. Vorsitzender Johnny Nussgräber freute sich: "Volles Haus und Riesenbeifall, das gefällt uns". Nach zünftiger Reverenz an die K.u.K.-Monarchie mit dem "Deutschmeister Regimentsmarsch" kündigte Branik den "Einzug der Gladiatoren" an. Das Signal dazu kam vom Fanfarenzug der Feuerwehr Heiningen unter der Leitung von Michael Schrag. Selbst Stauferkaiser Barbarossa (Peter Bold) mit Ehefrau Beatrix (Anica Landrichter), die später noch mit einem Duett als Appetithäppchen aus dem gleichnamigen Musical von Uli Pohl die Herzen eroberten, gaben sich die Ehre und schritten dem festlichen Zug voran, gefolgt von der Trachtengruppe Dürnau-Bad Boll-Gammelshausen mit ihrer Chefin Simone Grössl in Chiemgauer Tracht.

Ein buntes, fröhliches Bild bot sich beim Einzug der Ehrengäste, und der Göppinger Oberbürgermeister Guido Till, als Schirmherr der Veranstaltung, zog viele Blicke auf seine wollenen Kurzsocken in neutralem Beige. Mit dabei Festwirtsfamilie Karl und Daniela Maier mit Seniorchefin Josephine Maier, die Braumeister Ulrich und Karl-Frieder Kumpf sowie die Vorstandschaft des Blasmusikkreisverbandes Göppingen. Fahnenschwenkend grüßten die Bürgermeister der Gemeinden, aus denen die teilnehmenden Musikvereine stammen, Landrat Edgar Wolff nebst den Festivalorganisatoren.

Till öffnete gekonnt mit vier strammen Schlägen das erste Fass Maientagsbier. Das Volkslied "Auf, auf zum fröhlichen Jagen" von der Bläsergruppe der Kreisjägervereinigung unter Leitung von Rudolf Probost kündete vom gelungenen Anstich. Kathi Pohl stimmte im Anschluss glockenrein die Stauferlandhymne an.

Aber dann hieß es Bühnen frei für die Blasmusik. Acht Kapellen, vier davon erstmals dabei, spielten sechs Stunden lang und bewiesen, wie erfrischend vielfältig die Blechmusik sein kann.

Mit Premierenfieber starteten neben dem Musikverein Kuchen der Musikverein Uhingen unter Leitung der einzigen Dirgentin des Abends, Elke Schroth, der Musikverein Frohsinn Albershausen unter Stabführung von Robert Roth sowie der Musikverein Bad Boll unter dem Dirigat von Walter Popp. "Das ist ja echt toll, wir kommen gerne wieder", schwärmte Ulrich Allgaier, Vorsitzender des Musikvereins Bad Boll. Alle Neulinge trafen mit ihrem dynamischen, abwechslungsreichen Repertoire voll die Zuhörergunst und ernteten tosenden Applaus. "Auf die Vogelwiese" entführten die Instrumentalisten des Jubiläums-Musikvereins Gingen/Fils unter dem Dirigat von Gunnar Merkert. Der seit 100 Jahren bestehende Verein schloss nach abwechslungsreicher Darbietung mit "Gingen, du Perle des Filstals". Mit Frauenpower präsentierte sich die Stadtkapelle Geislingen. Die vorwiegend weiblichen Akteure, dirigiert von Walter Popp, zündeten mit Marschmusik, Abba-Songs und einem Mambo Jambo eine Stimmungsrakete. Die Steilvorlage griff der Musikverein Germania aus Donzdorf nahtlos auf. Mit Edy Köller am Taktstock servierten die 45 Musiker unter anderem feurige Polka-Spezialitäten und für das Parforcestück der Solisten bei den "Erinnerungen an Zirkus Renz" gab es begeisterte Bravorufe.

Zum Schluss überreichte die Musikkapelle Hohenstaufen einen traditionell gebundenen Melodienstrauss. Dirigent Dietmar Schniepp erfüllte den Herzenswunsch vieler Besucher mit dem "Böhmischen Traum". Die im Festzelt längst stehenden Gäste klatschten und sangen im Rhythmus, hängten sich beim Nachbarn ein, tanzten und jubelten, von Müdigkeit keine Spur. Alle acht Kapellen verstanden es vortrefflich, die Plattform zu nutzen und zündeten ein leidenschaftliches Feuer für die Blasmusik an.

Info Das nächste NWZ-Blasmusikfestival steigt am 6. Juni 2013.

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