Sicherheit ist immer subjektiv: Nicht jede dunkle Straßenecke ist gefährlich, auch wenn sie vielleicht so wirkt. Inka Buckmiller, die Leiterin des Göppinger Polizeireviers, ließ im Göppinger Gemeinderat in der jüngsten Sitzung keinen Zweifel an der Sicherheitssituation aufkommen: „Es geht uns in Göppingen richtig gut.“ Doch sie hatte auch schlechte Nachrichten mitgebracht: „Wir haben zehn Beamte zu wenig.“ Derzeit arbeiten 72 Menschen in ihrem Revier.

Weniger Straftaten in Göppingen

Dennoch verringerte sich die Zahl der Straftaten im Stadtgebiet 2018 im Vergleich zum Vorjahr um fünf Prozent auf rund 3500. 450 davon entfielen beispielsweise auf Jebenhausen, 100 auf Faurndau. Die Zahl der Wohnungseinbrüche halbierte sich sogar von 26 auf 14 – laut Buckmiller ein Zehn-Jahres-Tiefststand: „Darüber bin ich besonders froh.“ Einbrüche stellten immer einen Übergriff auf den privaten Bereich dar.

Kreis Göppingen

Die Verdoppelung der „Straftaten gegen das Leben“ auf neun seien auf die Vorfälle in der Klinik zurückzuführen. Buckmiller bedauerte, dass die Zahl der Fälle von Gewalt gegen Polizisten mit 28 konstant geblieben ist: „Respekt ist keiner mehr vorhanden. Es gibt Bürger, die mich am Telefon beleidigen, weil sie bei einer Ruhestörung 30 Minuten auf meine Kollegen warten müssen.“

Body-Cams für Polizisten ab Juni

Die Situation am Göppinger Bahnhof habe man im Jahr 2017 in den Griff bekommen, nachdem die Polizei drei Wochen lang ständig kontrollierte, berichtete die Revierleiterin: „Die Ruhe hat bis heute gehalten.“ Seit 1. April gibt es auch wieder eine Rauschgiftermittlungsgruppe in Göppingen, und die Reiterstaffel ist vereinzelt unterwegs. Ab 1. Juni werden die Beamten außerdem eine Miniatur-Videokamera („Body-Cam“) an der Schulter tragen: „Keine Panik, es wird nicht jeder sofort gefilmt“, gab Buckmiller gleich Entwarnung. „Der eine oder andere überlegt aber, ob er einen Polizisten beleidigt oder schlägt, wenn die Kamera läuft.“

Mehr Streifen am Abend angekündigt

Der GVD hat sich nun zum Ziel gesetzt, die Zahl der Streifengänge vor allem in den Abendstunden zu erhöhen: Sonntags bis donnerstags mindestens bis 22 Uhr, freitags bis 23 Uhr und samstags bis 0 Uhr. Darüber hinaus ist eine konsequente Fort- und Weiterbildung der Mitarbeiter geplant.

Nach Meinung von Oberbürgermeister Guido Till existiert eine Kluft zwischen dem Sicherheitsgefühl und der Realität: „Ich habe den Eindruck, dass wir in Göppingen sehr sicher leben können. Das konnte Inka Buckmiller bestätigen: „Und wir vom Polizeirevier werden alles dafür tun, dass Sie sich auch weiterhin sicher fühlen.“