Die archäologischen Untersuchungen auf der Stubersheimer Alb, mit denen vor zwei Jahren begonnen wurde, werden nun fortgesetzt. An dem Forschungsprojekt arbeiten das Ludwig Boltzmann Institut für Virtuelle Archäologie (LBI) in Wien und das Römisch Germanische Zentralmuseum Mainz, vertreten durch den im Kreis Göppingen aufgewachsenen Dr. Rainer Schreg. Ziel ist es, die Stubersheimer Alb großflächig zu untersuchen.

Dabei werden spezielle Messgeräte von Quads auf langen Wagen übers Feld gezogen. Ähnlich wie bei einem Scanner zeichnen sie Bilder des Bodens auf - indem das Erdmagnetfeld gemessen wird. Geringfügige Abweichungen des Erdmagnetfelds werden auf einem Computerbildschirm sichtbar - ähnlich einem Röntgenbild. Ohne Löcher in Felder und Wiesen graben zu müssen, lassen sich so großflächig Umrisse der Bauten und Siedlungen unserer Vorfahren nachweisen. Nur einzelne Fundobjekte können mit den Messsystemen noch nicht lokalisiert werden.

Noch ist sehr wenig über die Geschichte der Stubersheimer Alb bekannt. Zahlreiche archäologische Funde lassen jedoch vermuten, dass sie schon zur Steinzeit besiedelt war. Mit der oben erwähnten Technik sollen nun flächendeckend Messungen durchgeführt werden, wobei sich die Forscher erhoffen, auf die Reste untergegangener Siedlungen zu stoßen.

Die Archäologen haben ein ehrgeiziges Ziel: Mit Hilfe der zerstörungsfreien Methode der Messung soll die Geschichte der Orte Bräunisheim, Schalkstetten und Stubersheim von der Steinzeit bis heute aufgedeckt und neu geschrieben werden. Angespornt wird das Mainz- Wiener Team von den Erfolgen des Jahres 2011, in dem die vorher nur aus Schriftquellen bekannten, verwüsteten Dörfer Dietlinsweiler und die Wüstung Wohlgradweiler wieder entdeckt wurden.