Frisch aufgebrüht, ein Schuss Milch und noch ein Stückchen Zucker. Der Fairtrade-Kaffee mit dem Namen „MöKa“ steht im Mittelpunkt der SchoolWorks AG im Mörike-Gymnasium in Göppingen. Gemeinsam mit der Fairtrade AG haben die Schüler das Projekt ins Leben gerufen. „Mit diesem unterstützen sie Kinder von Kaffeebauern in Nicaragua – in Form von Stipendien“, erklärt Ralf Engel, Lehrer am Mörike-Gymnasium. Damit wird versucht, das Leben der Kleinbauern zu vereinfachen und den Kindern dort eine bessere Bildung zu ermöglichen. Die Kooperative, die dies in Nicaragua umsetzt, heißt „Soppexcca“.

16 Schüler am Projekt beteiligt

Rund 16 Schüler nehmen am Projekt teil. Einer davon ist Leon Spahr (17), der die Schülerfirma leitet. Jeden Mittwoch in der Mittagspause zwischen 12.45 und 14 Uhr bespricht er mit seinen Mitschülern Organisatorisches. „Ich bin seit Anfang des Projekts dabei und habe die Koordination und die Geschäftsführung übernommen.“ Lehrer Ralf Engel findet es klasse, dass die Schüler auf diese Weise mehr über die einzelnen Produktschritte erfahren. Für Engel, der auch Wirtschaft unterrichtet, passt das gut zum Unterricht. Mittlerweile wird die SchoolWorks AG vom Projekt der kooperativen Berufsorientierung, kurz „KooBo“, gefördert.

Die Kaffeerösterei „Ar-oma“ in Wangen röstet die Kaffeebohnen für die AG. „Wichtig war uns, die Regionalität im Auge zu behalten.“ Schüler und Lehrer bestellen den Kaffee bei der AG, die ihn direkt ausliefert, berichtet Engel. In ein bis zwei Monaten benötigen sie, laut Leon, ungefähr 40 Kilogramm Kaffee. „Wir bringen ihn direkt in die Klassen“, merkt er an. Hierfür haben die Schüler Bestellzettel entworfen, auf denen die Kunden angeben können, wie viel Gramm sie, gemahlen oder in ganzen Bohnen, bestellen wollen.

Zudem gibt es die Auswahl, wie der Kaffee verarbeitet werden soll: für den Siebträger, den Espressokocher oder die Filtermaschine. Als zusätzlichen Anreiz gibt es nach zehn gekauften Packungen eine gratis. Eine Verpackung kostet 9,50 Euro, wobei hier eine Spende für die Kinder der Kaffeebauern in Höhe von 1,50 Euro inbegriffen ist. Dieser Betrag geht an das Projekt des Heidelberger Partnerschaftskaffee-Vereins. Am meisten Freude bereitet Leon an seiner Arbeit, Verantwortung zu übernehmen und die Entwicklung des „MöKa“ und der AG zu beobachten. „Ich habe mir überlegt, falls es mal später mit dem Job nichts wird, das hauptberuflich zu machen“, scherzt er.

Alles selbst gemacht

Alles ist selbst von den Schülern für Schüler in Nicaragua gemacht. Vom Etikett-Design bis hin zum Recycling der Verpackung. Selbst bei der Herstellung des Designs haben die Schüler in einer Werbeagentur gearbeitet. Damit sehen sie, wie ihr Produkt Schritt für Schritt entsteht. „Damals hatten wir extra einen Wettbewerb für das Design des Covers der Verpackung“, berichtet Engel. Die AG gibt es seit dem Schuljahr 2005/2006 und vor ungefähr drei Jahren ist „MöKa“ hinzugekommen. „Dann haben wir uns einen Namen überlegt. Engelskaffee war weit vorn im Rennen“, sagt Leon. Mit dem Erlös des Kaffeeverkaufs gingen vergangenen Samstag 1500 Euro an Rudi Kurz vom Heidelberger Partnerschaftskaffee im globalen Klassenzimmer des Weltladens. Schulleiter Karim Doosry, Rudi Kurz vom Partnerschaftskaffee Heidelberg und Andreas Halder von „Ar-oma“ aus Wangen waren ebenso vertreten.

Lokales und Globales zusammenbringen

Die Idee „MöKa“ ist entstanden, weil man schon länger Lokales und Globales zusammenbringen und den Kindern die Wertschöpfung näherbringen wollte. Die Wahl fiel durch die Zusammenarbeit mit dem Heidelberger Partnerschaftskaffee auf Nicaragua. „Es war uns wichtig, jemand Greifbares zu haben. Dass das Projekt, das wir unterstützen, ein Gesicht bekommt“, betont Engel. Die Kooperative Soppexcca in Nicaragua sei die größte und einzige, die von Schülern in dieser Form unterstützt wird. „Es traf sich ebenso gut für den Spanischunterricht, weil in diesem Land Spanisch gesprochen wird“, merkt Sandra Vogel an. Sie ist wie Ralf Engel betreuende Lehrkraft beim Projekt.

Dass die Verpackungen recyclebar sind, stehe auch im Fokus. „Sie sind wiederverschließ- und auffüllbar“, merkt Engel an. Vogel ergänzt: „Die Bohnen können auch in ein Glas gefüllt werden, damit keine überflüssige Verpackung entsteht.“ Die AG plant im nächsten Schritt den Kontakt mit den unterstützten Stipendiaten in Nicaragua aufzubauen sowie einen Besuch auf den Plantagen, sollte die politische Lage das zulassen. Bisher haben sie ihren Kaffee bei schulischen Veranstaltungen, beispielsweise am Maientagshock, verkauft. In Zukunft versuchen sie auch Kontakte mit externen Veranstaltern aufzubauen. Das Ziel: Den fairen Handel sowie einen umweltfreundlichen Anbau von Kaffee unterstützen.