"Mit dem Moloko eine Nische gefunden"

Freut sich über einen guten Start: Moloko-Erfinder Matthias Ferth - hier vor einigen Werbematerialien zur Verkaufsförderung. Foto: Constantin Fetzer
Freut sich über einen guten Start: Moloko-Erfinder Matthias Ferth - hier vor einigen Werbematerialien zur Verkaufsförderung. Foto: Constantin Fetzer
CONSTANTIN FETZER 25.04.2012
Mit dem Szene-Getränk "Moloko" ist Gastronom Matthias Ferth und sein Team auf Erfolgskurs - die Nachfrage steigt. Nun ist die Limonade made in Göppingen bundesweit erhältlich.

Herr Ferth, seit vergangenem Sommer ist das "Moloko" im Handel erhältlich - wie fällt die Bilanz bislang aus?

MATTHIAS FERTH: Wir sind sehr zufrieden, denn die Nachfrage ist groß. Wir spüren deutlich, dass unsere Werbemaßnahmen zur Produkteinführung Wirkung zeigen und der Absatz steigt. Wir liegen absolut im Plan und haben mittlerweile einen weiteren Außendienstmitarbeiter eingestellt, der die Moloko-Dosen weit über die Region hinaus vermarktet. Unsere Bilanz ist äußerst positiv.

Auch wirtschaftlich?

FERTH: Durchaus. Es dauert natürlich, bis die Anfangsinvestition eingespielt ist. Man darf nicht vergessen, dass wir viele Monate Entwicklungszeit gebraucht haben. Von der ersten Idee bis zur Auslieferung waren es sogar Jahre. Auch die Marketingaktivitäten, um das Moloko bekannt zu machen, sind wichtige Investitionen gewesen. Damit sind wir aus der Gastronomie heraus auch in den Einzelhandel gelangt - und das ist für uns sehr gut.

Was waren das für Aktivitäten?

FERTH: Da ich selbst aus der Gastronomie komme, weiß ich genau, was an Material benötigt wird - sowohl in Kneipen als auch bei einmaligen Veranstaltungen und Partys. Wir haben kleine Kühlschränke, Getränkekartenhalter oder auch Eiswürfelboxen mit unserem Logo herstellen lassen und an entsprechende Partner verteilt. Das ist für die Verkaufsförderung sehr wichtig. Dabei kommt uns etwas entgegen, dass andere Getränkehersteller mittlerweile nicht mehr ganz so großzügig gegenüber den Gastronomen sind. Das ist unsere Nische.

Obwohl das Moloko nicht wirklich ein Nischenprodukt ist, oder?

FERTH: Wir bedienen ein recht großes Segment - das der alkoholfreien Getränke. Mit dem Moloko haben wir durchaus eine Nische gefunden, die zwischen der klassischen Cola und den Energydrinks ist. Es ist eine Limonade, die es in dieser Form noch nicht gab. Das erklärt natürlich auch die große Nachfrage aus dem ganzen Bundesgebiet. Nachdem wir Anfang des Jahres auf der Gastronomie-Messe Intergastra mit einem Stand vertreten waren, konnten wir zahlreiche Kontakte knüpfen, die uns in der Expansion konkret geholfen haben.

Was bedeutet das konkret? Wie ist die Vertriebsschiene?

FERTH: Der Vertrieb läuft über den Getränkegroßhandel, der wiederum die Gastronomie, den Einzelhandel und zum Beispiel auch Tankstellen beliefert. Hier sind wir überall platziert. Doch es geht weiter: Vor wenigen Tagen sind wir uns mit der Metro-Gruppe einig geworden, über die wir nun auch bundesweit erhältlich sind. Dazu kommen Hotels aus ganz Deutschland - ein namhaftes in Berlin ist auch darunter - sowie andere Partner. Die Lufthansa schenkt Moloko seit einiger Zeit in ihren Business-Lounges aus, weil es eben ein etwas außergewöhnliches Produkt ist, das in einer sehr modernen Form und in ansprechendem Design umgesetzt ist.

Das heißt, Sie sind voll auf Expansionskurs?

FERTH: Die Nachfrage ist da und wir liefern an jeden, der möchte - das ist ja klar - egal wo er in Deutschland sitzt. Unser Vertriebsnetz wächst, das ist richtig. Wir wollen dies natürlich auch vergrößern, was sicher kein Geheimnis ist. Dennoch achten wir darauf, qualitativ zu wachsen und nicht einfach nur an einzelnen Orten in Deutschland erhältlich zu sein. Wir sehen uns noch in der Anfangsphase und sind mit dieser sehr zufrieden. Die Absatzzahlen sind gut. Aber wir wissen als noch recht kleines Unternehmen in der Branche auch, dass es noch ein weiter Weg ist, bis wir unsere Ziele erreicht haben.