Kreis Göppingen "Krippenausbau wie in der DDR"

Die Christdemokraten für das Leben stellen sich hinter Pfarrer Robert Lukaschek.
Die Christdemokraten für das Leben stellen sich hinter Pfarrer Robert Lukaschek.
Kreis Göppingen / DANIEL GRUPP 09.02.2012
Die "Christdemokraten für das Leben" im Kreis stellen sich hinter Pfarrer Lukaschek, der beim Ausbau von Betreuungsplätzen für Kleinkinder bremst.

Der richtige Weg für die Betreuung von Kleinkindern ist weiterhin umstritten. Die Vereinigung Christdemokraten für das Leben (CDL) stehen laut einer Mitteilung der staatlichen Betreuung von Kleinkindern kritisch gegenüber. Sie sprechen von einer bedenkenlosen "Forcierung des Krippenausbaus, wie er in der DDR üblich war". "Die Bindungsforschung spricht eine klare Sprache, es birgt gesellschaftliche Gefahren, wenn wir den Ausbau der Krippen so bedenkenlos fördern", so die Kreisvorsitzende Maria Wiedebach.

Ab dem kommenden Jahr gibt es einen gesetzlichen Anspruch auf einen Betreuungsplatz für Kinder, die jünger als drei Jahre alt sind. Im Kreis verfolgen die Kommunen unterschiedliche Ansätze, um dies zu organisieren. Städte wie Göppingen, Eislingen oder Süßen investieren viel, um neue Kinderhäuser zu bauen oder Kindergärten zu erweitern. Diese Kommunen gehen davon aus, dass sich die Nachfrage einstellen wird, wenn erst einmal ein Betreuungsangebot gemacht werden kann. Dahinter steckt auch die Erwartung, dass eine Kommune attraktiv für junge Familien wird, wenn eine gute Kleinkinderbetreuung angeboten werden kann. Donzdorf nimmt hingegen die hohen Kosten für die Ausweitung der Kinderbetreuung ins Visier. Deswegen möchte die Stadt vor allem auf den Bedarf reagieren und nicht schon im Vorfeld umfangreich in Betreuungsplätze investieren.

Eine besondere Rolle spielen die Kirchen, die Träger vieler Kindergärten im Kreisgebiet sind. Deren Mitwirkung am Ausbau der U3-Betreuung ist besonders in diesen Gemeinden wichtig, in denen die Kindergärten komplett in kirchlicher Trägerschaft sind. Dass hierbei die Position des Pfarrers entscheidend sein kann, zeigt sich derzeit in der Person von Robert Lukaschek. Der Vizedekan des Kreises spricht sich gegen die Betreuung von Kleinkindern außerhalb der Familie aus. Der Staat solle die Möglichkeit schaffen, dass die Eltern die Gelegenheit haben, ihre Kinder selbst zu betreuen. Da Pfarrer Lukaschek derzeit an der Spitze von sieben katholischen Kirchengemeinden im Kreisgebiet steht, wirkt sich seine Position auch auf das Betreuungsangebot in den jeweiligen Kommunen aus.

Die CDL stellt sich hinter Lukaschek: Mit Freude nehme die CDL die Stellungnahme für die bewährte Erziehung der Kinder in der Familie von Pfarrer Lukaschek in der NWZ zur Kenntnis. "Wir würden uns freuen, wenn ihm weitere Amtsträger der Kirchen sowie Mandatsträger in der Politik folgen würden", so der stellvertretende CDL-Kreisvorsitzende Rainer Heer. Lukaschek habe Mut bewiesen und verdiene dafür Respekt und Unterstützung, so CDL-Pressesprecher Axel Raisch.

Die CDL fordern eine "tatsächliche Wahlfreiheit bei der Kleinkinderbetreuung, die in Wirklichkeit nicht besteht". Derzeit fördert die Politik durch finanzielle Anreize und massive Einflussnahme auf die öffentliche Meinung ein gesamtgesellschaftliches Klima, das de facto nur noch Fremdbetreuung zulasse.

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