Göppingen "Kinder sollen Politik in der Schule machen"

Erwin Schmidt hält die Idee der Piraten für Nonsens.
Erwin Schmidt hält die Idee der Piraten für Nonsens.
Göppingen / JAKOB KOTH 17.04.2012
Erneut sorgt die Piratenpartei für Schlagzeilen: Sie wollen sich dafür einsetzen, dass in Zukunft schon Kinder den Gang zur Wahlurne machen dürfen. Passanten in Göppinger äußerten gestern ihre Skepsis.

"Für mich ist das absoluter Nonsens, wenn ich ehrlich bin", weiß der Rentner Erwin Schmidt. "Ich bin nach wie vor für eine Wahlberechtigung ab dem 18. Lebensjahr, denn davor haben die Jugendlichen nicht wirklich Ahnung von Politik und können sich schlecht einbringen" sagt der 72-jährige Heininger. Seiner Meinung nach erhofften sich die Piraten damit wohl einen Zuwachs an Wählern, da sie mit ihren Themen eher jüngere Menschen ansprächen.

Auch Melica Radovic steht der Idee der Piraten ziemlich kritisch gegenüber. Die 64-jährige Göppingerin hält Kinder im Alter von zwölf für alles andere als fähig, in Sachen Politik mitzureden: "In so jungen Jahren hat man doch andere Dinge im Kopf. Kindern sollte keine solch große Verantwortung gegeben werden - sie sollen Kinder bleiben dürfen", erklärt sie. Außerdem sei man gerade in dem Alter sehr manipulierbar, was sich die Parteien sicher zu Nutze machen würden.

Eine ähnliche Meinung formuliert auch der Fahrzeugbauer Rudolf Schips. Der 54-jährige Heininger schließt ein Politikbewusstsein auch bei jüngeren Menschen nicht aus: "Gerne sollen auch Kinder politisch mitmischen dürfen. Aber bitte nur im kleinen Stil, wie zum Beispiel in der Schule, indem sie als Schulsprecher für andere Verantwortung übernehmen", sagt er. Für die "große Politik" hält er Kinder für noch ungeeignet.

Ebenso skeptisch steht auch der Donzdorfer Rolf Geiger der Sache gegenüber: "Kinder sind sehr leicht beeinflussbar und können sich noch keine eigene Meinung zu einem Thema bilden", erklärt er und ergänzt: "Die sagen vor allem das, was sie von ihren Eltern vorgesetzt bekommen."

"Kinder in dem Alter sind für Politik noch nicht reif genug, das merke ich bei meinem eigenen Sohn, der 13 Jahre alt ist", gibt der Kriminalpolizist Rainer Parey preis. "Das Interesse an Politik ist bei den Kindern bei Null, aber vielleicht liegt das auch daran, dass es in den Schulen zu wenig thematisiert wird", merkt er an. Der 44-jährige hält Zwölfjährige ebenfalls für zu leicht manipulierbar.

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