Göppingen / Simon Scherrenbacher  Uhr
Die Stabsstelle Migration legt einen Maßnahmenkatalog vor. Ziel ist ein Sprachniveau, um den Alltag selbstständig zu meistern.

Ein angemessenes Sprachniveau, das ermöglicht, den Alltag selbstständig zu meistern“: Dieses Ziel hat die Stabsstelle Migration und Teilhabe bis 2035 für jeden Migranten und jeden geflüchteten Menschen in Göppingen ausgegeben. Den dazugehörigen Maßnahmenkatalog hat Integrationsbeauftragter Timo Meuser nun dem Gemeinderat vorgelegt. Zu den Vorschlägen gehört beispielsweise „Mama lernt Deutsch“: Ein Sprachkurs speziell für Mütter, die bisher solche Angebote nicht wahrgenommen haben; eine übergreifende Internet-Seite, die auch auf mobilen Endgeräten lesbar ist; oder ein Unternehmerpreis Integration für besonders engagierte Betriebe.

Ausländeranteil hat sich auf 21 Prozent erhöht

Der Ausländeranteil in Göppingen hat sich laut Meuser von 14 Prozent in 1987 auf 21 Prozent im vergangenen Jahr erhöht. Jeder Fünfte hat einen türkischen Pass, jeder siebte einen italienischen. Seit dem 1. Januar 2015 sind knapp 1200 Menschen mit Anschlussunterbringung nach Göppingen gekommen, die meisten davon aus Syrien, dem Irak oder Afghanistan. Der Fokus verschiebe sich von der Grundversorgung hin zur Integration, die sowohl auf Seiten der Migranten als auch der Aufnahmegesellschaft Handlungsbedarf nach sich ziehe: „Integration ist keine Einbahnstraße.“ Der Integrationsplan richte sich vor allem an Menschen, die dabei Unterstützung benötigen.

Befragungen mit zehn Experten

Bei einer Auftaktveranstaltung entwickelten rund 80 Vertreter von Integrationsarbeit und Stadtpolitik sowie die Migranten selbst eine gemeinsame Haltung und definierten Handlungsfelder. Darauf folgten Befragungen mit zehn Experten, 83 Einrichtungen der Integrationsarbeit und 22 Migranten sowie ein Strategie-Workshop, in dem 35 Teilnehmer Zukunftsszenarien entwarfen. Den Abschluss bildeten fünf Fachforen mit 90 Beteiligten, die Maßnahmenvorschläge erarbeiteten. Das Fazit: Es gibt bereits zahlreiche Angebote, und die Integrations-Manager sowie die Ehrenamtlichen stellen wichtige Anlaufstellen für Migranten dar.

Zentrale Themen definiert

Zentrale Themen sind bezahlbarer Wohnraum, Sprachkurse und Sprechmöglichkeiten, interkulturelle Begegnungen und Bildungspartnerschaften. Einige Zielgruppen wie etwa ältere Menschen und Familien werden wenig berücksichtigt, räumte Integrationsbeauftragter Meuser ein. Migranten seien unterschiedlich, deshalb gebe es keine Pauschallösungen.

Ausländeranteil liegt bei 21 Prozent

Trend Der Ausländeranteil in Göppingen hat sich laut dem Integrationsbeauftragten Timo Meuser von 14 Prozent in 1987 auf 21 Prozent im vergangenen Jahr erhöht. Jeder Fünfte hat einen türkischen Pass, jeder siebte einen italienischen. Seit dem 1. Januar 2015 sind knapp 1200 Menschen mit Anschlussunterbringung nach Göppingen gekommen, die meisten davon aus Syrien, dem Irak oder Afghanistan.