Bunt und vielfältig, kreativ und lebensfroh – der „Gleichstellungstag für Menschen mit Behinderung präsentierte sich am Samstag auf dem Göppinger Marktplatz als Spiegelbild der Gesellschaft. Die Botschaft lautete „Gemeinsam verschieden sein“, wie es Landrat Edgar Wolff bei der Verleihung der Inklusionspreise betonte (siehe Kasten). In Richtung Inklusion „sind wir auf einem guten Weg, aber noch lange nicht am Ziel“, sagte er. Der vom „Netzwerk Alle dabei!“ organisierte Tag zeigte eine lebendige Stadtgesellschaft, in der alle Menschen ihren Platz haben. Die Vorsitzende des Kreisbehindertenrings, Heike Baehrens, freute sich über das große Interesse und erinnerte daran, dass Menschen mit Behinderung künftig an Wahlen teilnehmen können – „dies ist eine ganz wichtige Botschaft. Nur so können sie an allen gesellschaftlichen Bereichen teilhaben“. Für Christina Horn (Stadt Göppingen) „ist Behinderung nicht mit Krankheit zu verwechseln. Behinderungen ergeben sich durch die Umwelt, durch Barrieren und Vorurteile“. Zahlreiche Organisationen präsentierten sich mit einer bunten Vielfalt von Angeboten und luden zum gemeinsamen Erlebnis ein. Die Geschicklichkeitsspiele der Bodelschwingh-Schulen und des Hauses der Mitte ließen sich nur im guten Zusammenspiel lösen. Bunte Kerzen verkaufte der Kreisverein Leben mit Behinderung, gesunde Kräuter gab es beim Tagestreff Lichtblick von Viadukt. Lebenshilfe und VdK, die Villa Butz und der Kreisbehindertenring informierten über ganz unterschiedliche Angebote, die es Menschen mit Behinderung ermöglichen, selbstverständlich am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Die inklusive Band „Staubstumm“ rockte und der Chor „Happy Singers“ animierte zum Mitsingen.

Das Café am Kornhausplatz und die Diakonie Stetten luden zu einer kulinarischen Pause ein, und lustige Bilder in schrägen Verkleidungen entstanden beim Haus Lindenhof. „Inklusion sollte Mainstream sein“, hatte Christina Horn betont. In der Göppinger Innenstadt war das am Samstag so.

Info Der Gleichstellungstag für Menschen mit Behinderung entstand Anfang der neunziger Jahre auf Initiative des Vereins „Selbstbestimmt Leben“. Seither ruft die „Aktion Mensch“ in jedem Jahr Anfang Mai zu gemeinsamen Aktionen auf.

Drei Preise  für Inklusion


Zum dritten Mal verliehen der Landkreis und die Hohenstaufenstiftung den „Inklusionspreis Landkreis Göppingen“. Den ersten Preis und 1500 Euro gewann die Kampfkunstschule Shimboku mit einem inklusiven Sportangebot. „Im Vordergrund stehen die persönliche Weiterentwicklung, Zusammenarbeit in der Gruppe sowie Stärkung des Selbstbewusstseins“, so Landrat Edgar Wolff bei der Preisverleihung. Der zweite Platz und 1000 Euro gingen an das Haus der Familie Göppingen mit dem Projekt „Kunst inklusive“. „Probleme und Berührungsängste wurden dabei thematisiert und schrittweise abgebaut.“ Den dritten Platz, dotiert mit 500 Euro, belegte der Kinder- und Jugendzirkus Maroni. „Eltern und Trainer verbinden mit der Zirkusarbeit erlebnispädagogische Ziele wie Kreativität und Selbstbewusstsein; körperliche Ausdrucksfähigkeit und Fertigkeit.“