Landverbrauch „Hemmungslose Versiegelung beenden“

Hier wird gebaut: Der Nabu kritisiert den hohen Landverbrauch.
Hier wird gebaut: Der Nabu kritisiert den hohen Landverbrauch. © Foto: Arne Immanuel Bänsch/dpa
Kreis Göppingen / Helge Thiele 17.08.2018

Dr. Wolfgang Rapp ist Vorsitzender der Naturschutzbund-Gruppe Göppingen und Umgebung. Seit längerem  kritisiert er den seiner Meinung nach viel zu hohen Landverbrauch in Baden-Württemberg – und auch im Landkreis.

Auf einen  ersten Brandbrief an Winfried Kretschmann erhielt Rapp vom Ministerpräsidenten selbst keine Antwort. Stattdessen wurde sein Schreiben ans Wirtschaftsministerium weitergeleitet. Die Antwort von dort stellte den Nabu-Chef ganz und gar nicht zufrieden. Sie ärgerte ihn derart, dass er ein zweites Schreiben an Kretschmann aufsetzte. Darin heißt es: „Die vom Wirtschaftsministerium formulierte Haltung und Politik macht deutlich, dass kein Umdenken bei der Ausbeutung unserer Erde stattgefunden hat. Diese Politik ist in meinen Augen weder nachhaltig noch enkeltauglich.“ Ziel müsse es jedoch sein, so der Naturschützer aus Hohenstaufen, „diesen Raubbau an unserer Natur und die hemmungslose Versiegelung von Baden-Württemberg zu beenden, wenn wir unseren Nachfahren gute Lebensmöglichkeiten erhalten wollen“. 

Nach Rapps Worten wird der Landverbrauch durch die Regelungen  im Bundes-Baugesetzbuch „noch befeuert“. Und die Antwort aus dem Ministerium rechtfertige die bisherige Praxis. Baubedürfnisse, Landwirtschaft und Umwelt würden „als gleichrangige Größen“ angesetzt, die es abzuwägen gelte. Das Ergebnis sei in der Praxis „ein weiterer Landverbrauch zu Lasten der Landwirtschaft und der Natur“.

Für  Rapp ist es „unverantwortlich“, wie in den Kommunen mit dem Boden umgegangen wird. Ausdrücklich hatte sich Rapp auch auf den Kreis bezogen. Als Beispiel nannte er unter anderem das geplante Baugebiet Dittlau in Faurndau.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel