Geislingen an der Steige / JULIA HAGMEYER  Uhr
Am Abend des 4. Advent gab der Amadeus-Kinderchor unter der Leitung von Christel Wittmann sein Weihnachtskonzert in der Geislinger Jahnhalle. Er begeisterte und verzauberte sein Publikum .

Zu "Hodie Christus natus est" aus "A Ceremony of Charols" von Benjamin Britten zogen die Kinder des Amadeus-Kinderchors mit brennenden Teelichtern auf die unbeleuchtete Bühne der Geislinger Jahnhalle ein und boten dem Publikum eine gute Stunde fröhliche, festliche, aber auch besinnliche Musik zur Einstimmung auf das nahe Weihnachtsfest.

Das rhythmisch und dynamisch anspruchsvolle "Singet all zur Weihnacht" aus Frankreich zog das Publikum direkt mit variabler Begleitung in seinen Bann. In "Am Weyhnachtabend in der Still" in einem Satz von Carl Orff spielte der Chor mit Ein- und Mehrstimmigkeit und erzeugte so eine unvergleichlich intensive Atmosphäre. Ruhig und getragen folgte "Es kommt ein Schiff geladen". Die weltberühmte vierstimmige Vertonung von "Es ist ein Ros entsprungen" war sicher intoniert und wirkte zeitlos jung.

Die romantische Motette "Laudate pueri" von Felix Mendelssohn, deren lateinischer Text ebenso verständlich war wie alle anderen deutschen Texte, war einer der Höhepunkte des Konzertes. Der Chor sang technisch einwandfrei, mit präzisen Einsätzen, ohne je Gefahr zu laufen, sich im Technischen zu verlieren. So herrschte nachdem der letzte Ton verklungen war, noch einige Atemzüge andächtige Ruhe im Publikum.

Im Anschluss sang die 17-jährige Alice Wannenwetsch, einfühlsam begleitet durch den 14-jährigen Louis Wittmann, die Arie "Schafe können sicher weiden" von Johann Sebastian Bach, die mit ihrem Text ganz wunderbar zur Weihnachtszeit passt, ohne direkt für sie geschrieben worden zu sein. Mit den für Bach typischen Notenläufen ist sie, trotz des politisch brisanten Textes, der in all den Jahren nichts von seiner Aktualität verloren hat, beschwingt und stimmungsvoll. Louis Wittmann spielte danach nochmals Bach, Teile aus der Französischen Suite Nr. 5 - einem Stück, dass aus Tanzliedern besteht, welche die Phantasie nicht nur an Weihnachten anregen und somit eine spielerische Annäherung an Musik sind. Unterschiedliche Dynamiken tragen verschiedene Stimmungen, präzise und mit der ihm eigenen Spielfreude von Louis Wittmann präsentiert.

Es folgten unterschiedliche A-capella-Weihnachtslieder, die in rascher Abfolge gesungen wurden und das breite Spektrum des Chores ebenso wie das der Weihnachtmusik zeigten: Auf das festliche "Gloria in excelsis Deo" folgte die fröhliche Erzählung der Weihnachtsgeschichte aus der Perspektive eines Hirten, "Hört, ihr Hirten, lasst euch sagen", getragen und ruhig der "Andachtsjodler" aus Südtirol. Solistisch besetzt mit den erfahrensten Mädchen des Chores erklang "Still, still, still". Seine große Stärke, knisterndes Piano zu singen, zeigte der Chor in "O Jesulein zart", das bereits vor 1650 entstanden ist, und auch der geliebte Klassiker, das russische Wiegenlied "Schlaf, mein Kindlein" fehlte nicht.

Ein weiterer Höhepunkt des Konzertes folgte gegen Ende: Der "Abendsegen" aus der Oper "Hänsel und Gretel" von Engelbert Humperdinck, der in Opernhäusern rund um die Welt zum Weihnachtsrepertoire gehört, erklang zuerst in einer kleinen Besetzung, im Anschluss ein zweites Mal in großer Besetzung vom ganzen Chor gesungen - beide Male mit wunderbarem Klang und großer Ruhe.

Als Zugabe freute sich das begeisterte und verzauberte Publikum über "Maria durch ein Dornwald ging". Beseelt wurden die Gäste dannach in die Weihnachtszeit entlassen.