Unter dem Motto „Kulturen verbinden, Kompetenzen erweitern, Integration stärken“ trafen sich seit Juli 2015 einmal im Monat Menschen mit und ohne Migrationshintergrund im Haus der Familie zum gemeinsamen Kochen. Gefördert wurde „EssKultur“ vom BAMF (Bundesministerium für Migration und Flüchtlinge).

Auf dem Speiseplan standen Gerichte aus den Heimatländern der Kursteilnehmer – eine kulinarische Weltreise, die von Europa nach Süd- und Nordamerika, in die arabischen Länder und bis nach Afrika und Indien führte. „Kochen ist die Sprache, die alle sprechen“, betonte die Kursleiterin Birgit Kölbl bei der Abschlussveranstaltung, bei der alle Beteiligten zusammenkamen. Von Anfang an waren die Plätze in der Gruppe sehr begehrt. Oft waren Küche und Esszimmer in der Villa Butz gut gefüllt, Gäste kamen spontan dazu. Beim Kochen und Essen fand ein reger Austausch über die Besonderheiten der verschiedenen Kulturen und die Bräuche rund um die Themen Essenszubereitung und Tischsitten statt.

Aber es blieb nicht beim Kochen allein. Man kaufte gemeinsam ein, besichtigte eine Backstube und das Museum für Brotkultur in Ulm, übernahm mit internationalem Fingerfood die Bewirtung bei verschiedenen Veranstaltungen und war mit einem Stand „Brot und Salz“ beim Donaufest vertreten. Freundschaften entstanden, die auch über das Projektende hinaus Bestand haben, teilt das Haus der Familie mit.

Selten wurde nach Rezept gekocht, dafür oft mit außergewöhnlichen Zutaten wie frischen Bananenblättern, Rocoto für das Fischgericht Ceviche oder Rosenwasser für arabische Süßspeisen. Allein die Beschaffung dieser Dinge war hin und wieder ein logistisches Problem. Die Auswahl der Zutaten, deren Menge sowie die Art der Zubereitung sorgte nicht selten für abendfüllende Diskussionen – in verschiedenen Sprachen, mit Händen, Mimik und Gestik. Dass trotzdem stets professionell gekocht wurde, dafür sorgten die Berufsköche Hans-Joachim Thesdorf und Salvatore Bono.

Nach den Kochabenden wurden die Rezepte aufgeschrieben – möglichst schnell, damit das Wissen über Gewürze und Handgriffe nicht verloren geht. Die besten Gerichte sind in einem kleinen Kochbuch festgehalten, mit Fotos des Göppinger Fotografen Uwe Mayer und witzigen Cartoons von Renate Alf. Die Karikaturistin aus Weimar nahm selbst an einem Kochabend teil. Einige dieser Fotos und Cartoons sind bis Herbst 2018 im Treppenhaus der Villa Butz ausgestellt. Das Kochbuch ist gegen eine Spende im Haus der Familie erhältlich.