Göppingen "Erde hält unseren Lebensstil nicht aus"

Göppingen / SWP 12.01.2012
Groß war das Interesse an einer Veranstaltung der evangelischen Erwachsenenbildung in Hohenstaufen zum Thema Klimawandel.

Die Evangelische Erwachsenenbildung veranstaltete in Hohenstaufen einen Vortragsabend mit Dr. Michael Dannemann zum Thema Klimawandel. In einem vollen Pfarrsaal erläuterte der junge Wissenschaftler an Hand von Folien einer Powerpoint-Präsentation verständlich die komplizierten Zusammenhänge.

Der Vortrag machte deutlich, dass die Menschen vor allem in den vergangenen 100 Jahren zunehmend das Klimagefüge aus dem Lot bringen. Bisher hätten vor allem die westlichen Industrienationen mit ihrer industriellen Produktion und der Lebensweise der Menschen in Nordamerika und Europa zu der rasanten Erwärmung des Weltklima beigetragen, erklärte der Referent. Hinzu komme nun, dass Länder wie China und Indien sich diesem Lebensstil anpassen wollen. Der "ökologische beziehungsweise Treibhausgas-Fußabdruck" von den Bürgern in Deutschland werde vor allem durch die Hausheizung, die Mobilität und die Essgewohnheiten geprägt. Wärmedämmung, die Verwendung erneuerbarer Energien, keine Fernreisen (so produziere zum Beispiel eine Flugreise in die USA mit etwas 1,5 Tonnen CO2 pro Fluggast mehr CO2 als 100 Laubbäume der Atmosphäre in einem Jahr entnehmen können), weniger Autofahren und deutlich weniger Fleischkonsum, könnten erste Gesundungsprozesse für unser Klima unterstützen. Das legte Dannenmann dar. "Unser westlicher Lebensstil hält unsere Erde nicht aus, wir bräuchten dafür eigentlich über drei Erden", erklärte er.

Die derzeitigen Treibhausgasemissionen überschritten die kritische Grenze, innerhalb der die Erde die Existenz und Entwicklung der menschlichen Gesellschaften langfristig trägt. Klimaschutz bedeute, so Dannemann, nicht nur Umweltschutz, sondern auch die Sicherung der Lebensgrundlagen für die nächsten Generationen.

An den eindrücklichen Vortrag schloss sich noch ein lebhaftes Gespräch an, und manch ein Besucher bekannte, dass er nun zum ersten Mal die Zusammenhänge um die Klimagefährdung begriffen habe.

Der Erkenntnis müssen nun Handlungskonsequenzen auf internationaler, nationaler und privater Ebene folgen, meinte der Diskussionsleiter. pm