So geschehen am Freitag im Rahmen der langen Göppinger Einkaufsnacht. Eingeladen hatte der „Reissack-Beauftragte“ der Partei, die unter anderem die Einführung einer Faulenquote im Programm hat.

So fordert „Die Partei“, die im Europaparlament sitzt und jetzt offenbar den Stuttgarter Landtag anvisiert, die „Besetzung von 17 Prozent der Führungspositionen in der europäischen Wirtschaft mit qualifizierten Faulen, Drückebergern und Müßiggängern“. Breitflächige Versuche im Süden hätten gezeigt, dass „gezieltes Vorleben von Ineffektivität zu einem angenehmeren Arbeitsklima und entspannten Dasein führen kann“, heißt es im Programm.

Jetzt also bot „Die Partei“, die von dem einstigen Titanic-Chefredakteur Martin Sonneborn geführt wird „gegen eine Unkostenspende“ mehrere Sorten Gras in Göppingen an. Sorten wie „Hailing Haze“ oder „Purple Manzen“ sollten die braven Bürger erfreuen.

Während auf der einen Seite gebrannte Mandeln zwischen Weihnachtstannen verkauft werden, spielen auf der anderen Seite zwei Indios auf ihren Panflöten. Dazwischen: der Stand der Partei „Die Partei“, die mit Parolen wie „Oettinger stürzen“ oder „Die Mauer muss her“ gerade bei älteren Menschen für reichlich Aufmerksamkeit und Unverständnis sorgt.

Am Stand liegen besagte Tütchen mit aufgedruckten Hanfblättern. Die Polizei braucht allerdings nicht einzuschreiten. In den Tütchen befindet sich tatsächlich Gras. Aber eben ganz normales Gras, kein Cannabis. Die Nachricht dahinter sei dennoch klar, meint Landtagskandidat Christian Treder: „Wir wollen die Bürger für Cannabis sensibilisieren.“

Für diese Aktion sei man mit einem Lächeln auf die Behörden zugegangen, die das jedoch als Spaß aufgefasst hätten, so der Kandidat: „Uns ist es aber ernst mit dem Thema.“ Andererseits möchte Landtagskandidat Treder aber vor allem eines: „Wir wollen den Status Quo beibehalten.“ Auch das ist offenbar keinesfalls wörtlich zu verstehen. Immerhin fordert Treder, der offenbar in der Region das Gras wachsen hört, statt einer Surfwelle einen Wellenbrecher in der Fils und statt „Stuttgart 21“ soll „Stausee 21“, die Stadt fluten.

Überraschenderweise hat das „Die Partei“-Mitglied beim Thema Biomüll eine unerwartet sinnvolle Lösung: „Die blauen Beutel sind hässlich. Wir fordern eine grüne Tonne!“