Geislingen an der Steige "Big Energy" mit viel Talent und Tatkraft

Marko Heese erklärte beim Orgel-Spaziergang durch vier Eislinger Kirchen die Orgel der Lutherkirche, die mit 17 Registern die kleinste und mit ihren zwölf Jahren die jüngste der Eislinger Königinnen ist. Foto: Kirchengemeinden Eislingen
Marko Heese erklärte beim Orgel-Spaziergang durch vier Eislinger Kirchen die Orgel der Lutherkirche, die mit 17 Registern die kleinste und mit ihren zwölf Jahren die jüngste der Eislinger Königinnen ist. Foto: Kirchengemeinden Eislingen
Geislingen an der Steige / CHRISTINE BAUER-RENNER 21.03.2013
Wenn Energie in der Physik die Fähigkeit umschreibt, eine bestimmte Arbeit zu erledigen, dann könnte "Big Energy" ein großes Potenzial beschreiben an Talent und Tatkraft, das nur auf seinen Einsatz wartet.

Beim Rätsche-Konzert, zu dem die gleichnamige Big Band der Jugendmusikschule Geislingen vor großem Publikum antrat, war so eine Gelegenheit, sich mit viel Spaß und Selbstbewusstsein als Musiker und als Ensemble zu beweisen.

Eröffnet wurde der Abend mit fünf Darbietungen der Jugend Big Band unter der Leitung von Jan Kaspschyk. Natürlich tat es dieser Formation gut, mit ein wenig Unterstützung aus dem Kreis der "Big Energys" im Sound an Druck und Zugkraft zu gewinnen. Auch die jugendlichen Mitglieder der Band strahlten aber Einigkeit im Zusammenklang und ein Verständnis für schöne Facetten der vorgestellten Arrangements aus. So konnte sich die Kapelle etwa an Musik mit ungerader Taktzahl und an solistische Passagen auch sehr junger Spieler unerschrocken wagen. Der folgende Auftritt der "großen" Big Band machte Spaß - der Band selbst wie dem Publikum, das immer wieder hörbar Anteil nahm. Dabei wurde keine Show geboten, sondern spürbare Lust am Spiel: Beeindruckend war der Gleichklang des Atems in den Bläserreihen, charakteristisch und harmonisch erklangen die "Farben" der verschiedenen Bläsergruppen, oft eigenwillig und immer wieder zum Aufhorchen entfaltete sich davor der individuelle Ton des Solisten. Die Besetzung der Rhythmusgruppe wechselte in Teilen, bot aber, auch bei kniffligen Rhythmuswechseln und in transparenten Momenten, einen jeweils locker gespielten Grund.

Mit Leichtigkeit folgte die Kapelle ihrem Dirigenten im Spiel mit Zwischenstopps und der Dynamik, wenn zum Beispiel im vertrackten "Spain" aus dem Lärm des Percussion-Solos plötzlich mit einem crescendo sich Band und Bläser wieder satt ins Geschehen brachten.

Zum schmeichelnden, wohlklingenden Begleitinstrument wurde die Big Band, wenn aus ihren Reihen Konstanze Kaspschyk vom E-Bass weg zum Mikrofon trat. Gut passend ausgewählt zu Stimme und Ausdrucksweise der jungen Sängerin wurden zwei Titel aus Filmmusiken zu "James Bond" interpretiert, wobei Konstanze Kaspschyk eine facettenreiche Technik, Tonsicherheit und ein gutes Gespür für die Dramatik der Songs bewies.

Gut gelaunter Moderator durch einen gelungenen Konzertabend war Big-Band- und Musikschulleiter Stefan Wich, der deutlich machte, dass auch die Auswahl und Zusammenstellung des Repertoires seines Orchesters bis in die Zugaben hinein nicht zufällig so rund und stimmig ausgefallen war.