Göppingen "Bepo-Standort nicht gefährdet"

Vereidigung bei der Bepo: Bleibt der Standort Göppingen? Foto: Archiv
Vereidigung bei der Bepo: Bleibt der Standort Göppingen? Foto: Archiv
JOA SCHMID 28.01.2012
Peter Hofelich und Sascha Binder wollen die von OB Guido Till angefachte Debatte um eine mögliche Schließung des Bepo-Standortes Göppingen beenden und berufen sich auf Innenminister Reinhold Gall.

Das von Oberbürgermeister Guido Till per Pressekonferenz am Donnerstag verbreitete Katastrophenszenario einer Schließung des Bepo-Standortes Göppingen wird ausbleiben. Da sind sich die beiden SPD-Abgeordneten des Landkreises, Peter Hofelich und Sascha Binder, mit ihrem Landtagskollegen Jörg Matthias Fritz von den Grünen einig. Die beiden Sozialdemokraten berufen sich dabei auf ein persönliches Gespräch, das sie mit Innenminister Reinhold Gall geführt haben. "Der Standort Göppingen unserer Bereitschaftspolizei steht nicht zur Debatte. Wir brauchen Göppingen selbstverständlich auch in Zukunft", zitieren die SPD-Politiker den Minister.

Der Göppinger Abgeordnete Jörg Matthias Fritz von den Grünen" teilt die Haltung: "Die von Oberbürgermeister Till in die Welt gesetzten Behauptungen entbehren jeglicher Grundlage." Der Vorstoß habe in Stuttgart Kopfschütteln ausgelöst, berichten Hofelich und Binder. Till sieht die Gefahr, dass im Zuge der Polizeireform die Bereitschaftspolizei komplett aus Göppingen abgezogen wird. Der OB warnt vor dem Verlust von Arbeitsplätzen und stellt den Sinn der Reform in Frage.

"Statt sich in wilden Spekulationen zu ergehen, sollte sich Till besser um eine Stärkung des Standortes Göppingen bemühen", meint dazu Grünen-Politiker Fritz. Die Polizeireform biete die Chance, die Polizeidirektion in Göppingen zu einem Präsidium aufzuwerten. Das Eckpunktepapier der Reform, das von erfahrenen Polizisten erarbeitet worden sei, werde mit der Polizei und den Kommunen besprochen. "Das ist neuer Politikstil" , so Binder und Hofelich. Die mögliche Trennung von Ausbildung und Einsatz an unterschiedlichen Bepo-Standorten scheint jedoch nicht vom Tisch. Damit gelte es sich in den nächsten Wochen auseinander zu setzen, so die Abgeordneten.

Wie berichtet, wird unter Fachleuten nicht ausgeschlossen, dass von den fünf bestehenden Standorten der Bereitschaftspolizei im Land - Göppingen, Böblingen, Bruchsal, Biberach und Lahr - im Zuge der Reform einer wegfallen könnte. Erwartet wird, dass es künftig zwei Ausbildungs-Standorte (Biberach und Lahr) geben wird sowie zwei Standorte, an denen Einsatzkräfte stationiert sein werden. Die Bepo in Bruchsal gilt als strategisch wichtig. Die Entscheidung über den zweiten Einsatz-Standort würde nach diesem Modell zwischen Böblingen und Göppingen fallen.

In jedem Fall sei es das Ziel, in Göppingen von der Führung und der Anzahl der Funktionen ein hohes Niveau anzustreben, so Binder, Hofelich und Fritz unisono. Die Abgeordneten planen ein Gespräch mit Bürgermeistern und Vertretern der Polizei. Vor diesem Hintergrund zeigte sich Hofelich " persönlich irritiert, dass eine Einladung zu einem Gespräch beim Oberbürgermeister am kommenden Mittwoch einfach durchgezogen wird, obwohl bekannt ist, dass ich zu diesem Zeitpunkt als Vorsitzender des Europaausschusses mit dem Ausschuss zwei Tage in Brüssel bin."