Göppingen "Bei uns blüht immer irgendwas"

Göppingen / CHRISTINE BÖHM 16.06.2012
Dem Ehepaar Kühnel aus Göppingen bedeutet die grüne Fläche rund ums Haus sehr viel. Beide genießen ihren Garten von morgens bis abends

. Teich, Terrasse und Nutzgarten müssen aber auch gepflegt werden.

Leise plätschert das Wasser in den Gartenteich. Eine Bank aus Holz lädt an diesem sonnigen Vormittag zum Verweilen ein. Hermann und Gerlinde Kühnel stehen stolz auf der Terrasse hinterm Haus und betrachten ihr Werk. "Unser Garten ist ein Stück von unserem Leben", sagt die 75-jährige Göppingerin. Im Teich blüht eine rosa Seerose, kleine Gründlinge schwimmen darunter umher - das Idyll ist perfekt. "Wir haben es hier wirklich schön ruhig", sagt Ehemann Hermann Kühnel. Beide lieben ihren Garten, ihre "Sommerwohnung", wie sie ihn nennen: Ein Terracotta-Frosch hier, zwei Hasen, die eigentlich mal Backformen waren, dort, hinterm Teich einige glänzende Rosenkugeln - bei den Kühnels regiert die Liebe zum Detail.

Nicht zu viel und nicht zu kitschig soll es sein, aber doch eine persönliche Note soll der Garten haben. Immer ergänzen sie die Beete mit neuen Elementen. Kunstwerke aus dem Pinzgau oder Hölzer für den Teich aus dem heimischen Wald werden dann in das Gesamtwerk eingeflochten. Den Garten in seiner ursprünglichen Form legte ihnen vor vielen Jahren ein Architekt an. "Er gab uns auch Tipps, was wir pflanzen könnten und was wir besser meiden sollten", sagt Gerlinde Kühnel. Seither hat sich viel geändert. Der Teich wurde im vergangenen Jahr erneuert, weil er zugewachsen war. Die Seerosen hatten sich in alle Richtungen ausgebreitet. Um neue Blumen für die Beete und Freiflächen kümmern sich beide immer wieder gemeinsam.

Das Ehepaar wohnt seit 1985 in dem Haus. Die Liebe zum Garten war schon damals ausgeprägt. "Wir hatten zuvor einen noch größeren Garten", sagt Hermann Kühnel. Seine Frau und er verbringen in dieser Jahreszeit jeden Tag mindestens zwei Stunden draußen mit Gartenarbeiten. Doch damit ist ihre Zeit im Grünen nicht beendet. "Wir genießen ihn von morgens bis abends." Sobald das Thermometer mehr als 15 Grad anzeigt, frühstückt das Ehepaar draußen - manchmal eben mit Jacke.

Aber auch wenn die Arbeit - momentan hauptsächlich Unkraut jäten oder alte Blüten abschneiden - beendet ist, würden die beiden Perfektionisten am liebsten weitermachen: "Es gibt eigentlich immer noch mehr zu tun. Die Besucher sehen das gar nicht, aber wir schon." Bewundert werden sie von vielen Freunden. "Diejenigen, die selbst in der Stadt wohnen und keinen Garten haben, stauen natürlich", sagt Gerlinde Kühnel. Auf der Holzbank sitzen sie gerne am Abend. Daneben stecken auf Draht befestigte Windlichter im Rasen. Sie leuchten, wenn es auf der Bank zu dunkel wird.

Das wichtigste beim Bepflanzen ist für Hermann Kühnel, dass immer etwas blüht. Er setzte Hortensien, Maiglöckchen und Knollenbegonien vor das Haus, dahinter blühen Tulpen, Rosen und die Schwarzäugige Susanne abwechselnd. Aber auch die Sträucher hat der 79-Jährige mit Bedacht ausgewählt. Gerade zeigt der rote Ahorn seine prächtigen Blätter. Sonst blüht aber auch dort immer irgendwas.

Auch Tiere freuen sich über den gepflegten Garten: "Der Teich ist eine Badeanstalt", erzählt Hermann Kühnel. Dort genießen Amseln und Kohlmeisen das Wasser. Vom Flötenspieler "Leander", durch dessen Instrument das Wasser in den Teich plätschert, lassen sie sich nicht stören. Gleich nebenan finden die Vögel ein Futterhäuschen aus Birkenholz. Den Wildbienen hingegen gefallen die bunten Blüten an der Trockenmauer. Neben dem Steg, der über den Teich führt, entfaltet schon bald die Blumenmischung "Mössinger Sommer" ihre Pracht.

Im Nutzgarten wächst alles, was man im Haushalt verwenden kann. Träuble, Himbeeren, aber auch Gurken, Radieschen und Salate reifen in der Junisonne. Selbst dort blüht es an einer Stelle bunt: Bartnelken in rosa, rot und weiß setzen einen farblichen Akzent am Boden. Hermann Kühnel schmunzelt: "Ohne Blumen gehts bei uns einfach nicht."

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