Göppingen "Atomstrom ist der wahre grüne Strom" Professor kritisiert die Energiewende

Göppingen / MARGIT HAAS 27.10.2012
Sind "Grüne Energien" tatsächlich sicher, bezahlbar und nachhaltig? "Nein", behauptet Professor Alfred Voß von der Universität Stuttgart.

"Atomstrom ist grüner als Strom aus Photovoltaikanlagen". Diese Schlussfolgerung zieht zumindest Professor Alfred Voß. Der Leiter des Instituts für Energiewirtschaft und Rationelle Energieanwendung der Universität Stuttgart war in der Aula der Hochschule auf Einladung des Göppinger Technikforums der Frage nachgegangen, ob die Energiewende eine sichere, bezahlbare und klimaverträgliche Energieversorgung gewährleistet.

In einem sehr technisch gehaltenen Vortrag erinnerte Voß zunächst an die vielen ungelösten Fragen, die die Debatte beherrschen. "Mangelnde Sicherheit und Stabilität der Stromversorgung, unzureichender Netzausbau, ein fehlender Masterplan, explodierende Strompreise, eine fehlende Einigung bei der Gebäudesanierung und Plan- statt Marktwirtschaft - das sind nur einige Schlagworte, die die Breite der Diskussion verdeutlichen", so der Referent. Für ihn sind es "Anzeichen dafür, dass die mit der Energiewende verfolgte Vision einer Energieversorgung aus erneuerbaren Energien vielleicht doch kein tragfähiger Weg zu einer sicheren, bezahlbaren und umweltverträglichen, das heißt nachhaltigen Energieversorgung in der Zukunft ist." Seiner Ansicht nach sei "nicht ausreichend untersucht, ob die erneuerbaren Energien aus Biogas, Wind oder Sonne tatsächlich ausreichend vorhanden sind." Die Energie sei zudem viel zu teuer, da eine Kilowattstunde derzeit an der Strombörse 3,5 Cent, Strom aus Windkraftanlagen aber bis zu 15 Cent, aus Photovoltaikanlagen bis zu 21 Cent koste. Nicht ausreichend diskutiert werde der hohe Ressourcenverbrauch für den Bau von Photovoltaikanlagen. Ungelöst sei die Frage der Speicherung für Spitzenverbrauchszeiten. Berücksichtige man die Vollkosten, zu denen er auch die Risiken der regenerativen Energien zählt, "ist Strom aus der Sonne drei mal so teuer wie Strom aus Steinkohle und fünf mal so teuer wie Atomstrom". Sein Fazit: "Die Energiekosten werden sich verdoppeln, und Strom wird es aus meiner Sicht nicht mehr zu bezahlbaren Preisen geben." Keine Ausführungen machte er zur Frage der ebenfalls nicht gelösten Frage der Entsorgung von Atomstrom und ihrer Kosten.

Info Am Mittwoch, 31. Oktober, 18 Uhr, spricht Dr. Günter Hörche in der Hochschule über Nachhaltigkeit in der industriellen Produktion.

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