Spritzigen Chorsound präsentierten 23 engagierte Ensembles aus Baden-Württemberg. Sie folgten der Einladung des Schwäbischen Chorverbandes (SCV), sich dem nur alle drei Jahre stattfindenden Carl-Friedrich-Zelter-Wettbewerb zu stellen. In den Kategorien gemischter Chor, Frauen-, Männer- sowie Kinder- und Jugendchor und Vokalensembles bekamen die Amateurchöre ein Feedback ihres Leistungsstandes. Als einziger Teilnehmer aus dem Landkreis war "Chorios", Sängerkranz Bartenbach, mit von der Partie.

"Nicht nur die Chöre, auch die Chorleiter können sich dabei Anregungen holen", sagte Isabelle Arnold von der SCV-Geschäftsstelle. Sie lobte den Chorverband Hohenstaufen als zuverlässigen Partner vor Ort "der uns gut mit vielen Helfern unterstützt hat". Nicht der Gewinn eines Titels oder einer Trophäe stand im Mittelpunkt dieses Wettbewerbs, sondern das Wertungssingen und die Motivation, nebst konstruktiver Kritik von Fachleuten, die hilfreiche Tipps geben wollen.

Die klingende Notenbörse überraschte mit einer breitgefächerten Präsentation an A-Cappella-Beiträgen. Ob Wahlstück oder Volkslied, die Interpreten hatten pro Auftritt maximal 15 Minuten Zeit, ihr Können unter Beweis zu stellen. Aufmerksam spitzten die Juroren, Musikdirektor Marcel Dreiling, Professor Dr. Wildfried Fischer und Tilman Heiland die Ohren. Unter anderem bewerteten sie nach Kriterien wie Rhythmik, Artikulation, Phrasierung und in der künstlerischen Ausführung die Agogik, Dynamik, Stiltreue und den Chorklang, nicht zuletzt auch die Bühnenpräsentation. Leicht hatte es die Jury wahrlich nicht, denn der einheitliche Chorklang und eine saubere Intonation führten zu einem Hörerlebnis, das durch Ausgewogenheit und Volumen bei nahezu allen Ensembles brillierte. Mit ausgefeilter Detailarbeit an Klangfarbe, Stimmtechnik und Interpretation verliehen die Chöre jedem Stück musikalischen Glanz.

Besonders deutlich trat dies in den zahlreichen Crescendi und im folgenden Diminuendo hervor. Den Genuss der vokalischen Klangfülle gönnte sich leider nur eine spärliche Besucherschar. Den stärksten Chor, mit 60 Akteuren unter Leitung von Timea Toth, stellte der "Chorart 2011" aus Urbach, als Senkrechtstarter erfrischend und modern präsentierte sich der erst zehn Monate alte Chor "pepp!" - ein Chor des Gesangvereins Liederkranz Pfaffenhofen unter Leitung von Nelli Holzki. Für ihre Beiträge, unter anderem "Halleluja" von Leonard Cohen, ernteten die 32 Sänger Beifallsstürme.

Moderator und stellvertretender SCV-Jugendverbandsleiter Holger Frank Heimsch verabschiedete das Publikum in die Pause, während sich die Jury zu den Beratungsgesprächen mit den Chören zurückzog. "Alle haben bei diesem Wettbewerb gewonnen und jedem wird etwas mit auf den Weg gegeben", so Musikdirektor Marcel Dreiling bei der anschließenden Urkundenübergabe.

Den Förderpreis der Stadt Göppingen überreichte die Erste Bürgermeisterin Gabriele Zull an "Männersache" der Liederlust Ohmden. Der Preis beinhaltet einen Konzertauftritt in der Stadthalle Göppingen.