Die Summe klingt astronomisch. 800 Millionen Euro - so meldet es die Online-Ausgabe der Frankfurter Allgemeinen (FAZ) - soll der Finanzinvestor Permira für den Göppinger Software-Entwickler Teamviewer bezahlt haben. Die in London ansässige Kapitalbeteiligungsgesellschaft, die unter anderem die Mehrheitsbeteiligung beim Bekleidungshersteller Hugo Boss hält, hat den Betrag bislang nicht bestätigt. Allerdings "kommt die Größenordnung ungefähr hin", erklärte Pressesprecher Ulrich Prowollik am Montag auf Anfrage.

Das im Gewerbepark Göppingen-Voralb ansässige Unternehmen hat binnen nicht einmal zehn Jahren eine geradezu kometenhafte Entwicklung von der Startup-Firma zum einem der führenden Softwarehersteller hingelegt. Nach Einschätzung der neuen Eigentümer ist Teamviewer nach SAP und der Software AG drittgrößter Software-Hersteller in Deutschland.

2005 wurde die Firma in Uhingen gegründet und ließ den Markt mit einer selbst entwickelten Fernwartungssoftware aufhorchen. Das Programm ermöglicht es auf einfache Weise, über das Internet von einem Rechner auf einen anderen zuzugreifen, um Probleme zu beheben. Die Software können nicht nur Firmen nutzen, auch Privatnutzer können sie kostenlos aus dem Internet herunterladen. Vor fünf Jahren wurde der Firmengründer, der sein Unternehmen vor vier Jahren an den in den USA ansässigen Software-Hersteller GFI verkauft hat, in der Kategorie "Startup" beim Innovationspreis der deutschen Wirtschaft ausgezeichnet.

"Das ist ein sensationelles Produkt", meint Prowollik. Mittlerweile werde die Software weltweit von 130 Millionen Nutzern - darunter 200.000 kommerzielle - angewendet und sei auf 500 Millionen Geräten installiert. Permira will nach Worten des Pressesprechers die Wachstumsstrategie fortsetzen, "es gibt da noch ein paar weiße Flecken auf der Weltkarte". Für den Standort Göppingen werde sich durch die Übernahme des Unternehmens nichts ändern. Die Firma werde noch in diesem Jahr in neue, größere Räume in das ehemalige Dienstleistungszentrum der Kreissparkasse an der Jahnstraße umsiedeln.

Erfolgsgeschichte eines Computer-Programms

Erfolgsgeschichte: Teamviewer wurde 2005 in Uhingen gegründet. Das Unternehmen machte schnell mit einer selbst entwickelten Software von sich reden, die es erlaubt, via Internet Probleme an anderen Rechnern zu beheben. Das Programm ist auf mehr als 500 Millionen Rechnern und mobilen Geräten installiert.

Expansion: 2010 wurde das inzwischen in Göppingen ansässige Unternehmen an den Software-Hersteller GFI verkauft. Nun hat der Finanzinvestor Permira Teamviewer übernommen und soll 1,1 Milliarden Dollar bezahlt haben. Der Geschäftsbericht von Teamviewer weist Ende 2012 eine Bilanzsumme von 18,6 Millionen Euro aus. Zu diesem Zeitpunkt hatte das Unternehmen 147 Mitarbeiter.