Nellingen / Gosbach 3000 Paar Ski in einer Saison

Wenns pressiert, dann greift auch Skitreff-Geschäftsführer Ingo Salein selber zum Schrauber und montiert die Bindungen auf die Skier. Foto: Ralf Heisele
Wenns pressiert, dann greift auch Skitreff-Geschäftsführer Ingo Salein selber zum Schrauber und montiert die Bindungen auf die Skier. Foto: Ralf Heisele
RALF HEISELE 10.01.2012
Auch der bislang eher durchwachsene Winter verdirbt Ingo Salein nicht das Geschäft. Der 54-jährige Gosbacher betreibt in Nellingen einen florierenden Internethandel mit Skiern und allem Zubehör.

3000 Paar Ski, 5000 Paar Skistöcke und rund 1200 Paar Skischuhe verlassen in nur einer Wintersaison die große Lagerhalle der Firma Skitreff im Nellinger Gewerbegebiet "Oppinger Grund". Dort hat der Gosbacher Ingo Salein zusammen mit seiner Frau Monika einen florierenden Internethandel mit Wintersportartikel aufgebaut. Die Bestellungen gehen inzwischen aus ganz Europa ein - Tag und Nacht.

Seit über 25 Jahren verkauft Ingo Salein Skier und Zubehör. Anfangs belieferte er Skibasare und knüpfte so Kontakte zu Vereinen und Herstellern. Aus dem Hobby wurde schließlich der Beruf - nicht zuletzt, weil Salein schon früh die Chancen des Internets erkannte. Auf die Idee brachte ihn vor über zehn Jahren ein Arbeitskollege, der innerhalb weniger Tage zehn Paar Ski übers weltweite Netz verkaufte. "Ich bin dann sofort zum Aldi gesprungen, habe mir einen Computer gekauft und mit dem Internethandel angefangen", erklärt der 54-Jährige.

Mit der rasanten Verbreitung des Internets wuchs auch der Erfolg des Skitreffs. Zunächst diente Salein die eigene Garage als Firmensitz, später mietete er sich in diversen Läden in Gosbach ein. 2009 folgte schließlich der Umzug ins neue Firmendomizil nach Nellingen. Dort sind derzeit sechs Mitarbeiter beschäftigt, um Bindungen zu montieren, die Waren zu verpacken, Kunden telefonisch zu beraten und die Verkaufsgeschäfte am Computer abzuwickeln.

Die Waren bezieht Ingo Salein direkt bei den Herstellern, spezialisiert hat er sich auf namhafte deutsche Ausrüster. Dank der großen Abnahme bekommt er günstige Konditionen, die sich auch im Preis niederschlagen.

Seine Kunden wissen genau, was sie wollen, sagt der Geschäftsführer. Das zeige auch die sehr geringe Rücklaufquote. Salein räumt ein, dass sich viele zunächst im Fachhandel informieren, um dann bei ihm gezielt einzukaufen. Diese Praxis sei zwar "frech" und er könne die Klagen der Einzelhändler über den "Beratungsklau" verstehen. Doch viele von ihnen hätten schlicht das Internet verschlafen. In den vergangenen Jahren habe sich das Kaufverhalten der Menschen gravierend verändert und den Handel im Netz könne man nicht mehr zurückdrehen. Ingo Salein: "Und wenn ich es nicht mache, dann macht es eben ein anderer."

Saleins Hauptgeschäft läuft von Oktober bis Weihnachten. In diesen drei Monaten macht sein Skitreff 50 Prozent des Jahresumsatzes. "Im Sommer läuft es dann etwas ruhiger." Doch auch dann darf Salein seine Hände nicht in den Schoß legen. Die nächste Saison muss vorbereitet werden. Wichtig ist es dabei, die Trends im Wintersport frühzeitig zu erkennen.

Um zudem für einen Ausgleich zu sorgen, hat der passionierte Skifahrer Salein auch Sport- und Laufschuhe ins Angebot aufgenommen. Überhaupt setzt der Gosbacher auf mehrere Standbeine: Neben dem Internethandel beliefert er nach wie vor größere Skibasare und verkauft seine Waren auch an Großkunden, die teils im Ausland tätig sind. Zudem betreibt Salein an seinem Nellinger Standort ein Ladengeschäft, das werktags nach Ende des Versandhandels (16 bis 18 Uhr) und samstags (9 bis 14 Uhr) geöffnet hat.

In einem nächsten Schritt will Ingo Salein mit einem anderen Internetanbieter zusammenarbeiten. So kann sich jeder auf sein Sortiment konzentrieren, während gleichzeitig das Angebot über eine gemeinsame Verkaufsplattform vergrößert wird.