Feier Ziegler-Übernahme durch CIMC besiegelt

Giengen / Dieter Reichl 13.12.2013
Seit Freitag ist die Übernahme der Firma Ziegler durch den chinesischen Großkonzern CIMC endgültig perfekt. Im Rahmen der Weihnachtsfeier fand die symbolische Schlüsselübergabe statt. Die Firma heißt jetzt Albert Ziegler GmbH.

Wie das neue Kind denn heißen würde, das wurde am Freitag in der Lackierhalle äußerst interessiert zur Kenntnis genommen. Zunächst, so berichtete Insolvenzverwalter Bruno M. Kübler, sei der Name „CIMC Ziegler“ im Raum gestanden. Dann aber wurde doch im Namenszug auf die Nennung des neuen chinesischen Inhabers verzichtet und beschlossen, die Firma Albert Ziegler GmbH zu nennen.

„Eine unternehmenspolitische Entscheidung und eine schöne Geste, die Beifall verdient“, so Kübler.  Der neue Geschäftsführer und Vizepräsident von CIMC, Li Yinhui,  sagte, ihm sei bewusst geworden, welch hoher Stellenwert im Namen Ziegler stecke, weshalb man dann doch einen gänzlich deutschen Namen beibehalten wollte.

Insolvenzverwalter blickte zurück

Bruno M. Kübler blickte aus persönlicher Sicht auf die für ihn jetzt beendete Zeit der Insolvenzverwaltung zurück. Schon der Protestzug zum Rathausplatz im August 2011 sei ein denkwürdiger Tag mit schwer einzufangenden Emotionen gewesen. Trotz Skepsis habe man dann aber doch eine Zukunftsperspektive mit zumindest „neutraler Erwartungshaltung“ eröffnen können. Jetzt, nach Abschluss der Insolvenzphase sei es so, dass die Gläubiger zu ihrem Recht kommen, dass die alten Eigner allerdings „Nicht mit etwas rechnen können.“

Im Lauf des Verfahrens, so Kübler, habe es Unsicherheiten und Schwierigkeiten wie die Blockadehaltung der kommunalen Spitzenverbände ebenso gegeben wie positive Wendungen wie die Vorabzahlung eines Großteils des Kaufpreises für sechs für den Frankfurter Flughafen bestellte Löschfahrzeuge zur Sicherstellung der Liquidität. Nicht nur im Vertrieb, auch auf Seiten der Produktion seien Anstrengungen nötig geworden, da das Unternehmen im Vergleich zu Mitbewerbern stark rückständig war.

Kaufpreis: 55 Millionen Euro

Jetzt habe man aufgeholt: „Eine große Leistung der Belegschaft“, so Kübler. Mit dem erzielten Kaufpreis (wie berichtet 55 Millionen Euro), habe man auch die Erwartungen der Banken übertroffen, die 100 Prozent ihrer Forderungen erhalten. Nach Unterzeichnung des Kaufvertrags seien verschiedene formelle Dinge zu erledigen und abzuwarten gewesen – darunter die Zustimmung des Kartellamts und die Auszahlung des Kaufpreises – all dies sei erledigt. „Der neue Eigner tritt heute die Nachfolge an“, so Kübler. Was durch eine symbolische Schlüsselübergabe zwischen ihm und CIMC-Vizepräsident Li Yinhui besiegelt wurde.

Betriebsratsvorsitzender Jochen Brachert sagte rückblickend, dass die Insolvenz im August 2011 eingeschlagen sei wie ein Blitz und dass die Belegschaft schmerzhafte Einschnitte verkraften musste, die allerdings notwendig waren. Sein Dank ging an Rudi Neidlein, der mit seinem Engagement als Vertreter der IG Metall ein starker Rückhalt gewesen sei.

"Historischer Augenblick für die Firma"

Oberbürgermeister Gerrit Elser sprach von einem historischen Augenblick für die Firma. Ziegler sei ein fester Bestandteil der Stadt Giengen und für sie von enormer Bedeutung. „Heute freuen sich nicht nur die Ziegler-Mitarbeiter, sondern die ganze Stadt.“ Von Beginn der Insolvenz an sei deutlich geworden, dass die Mitarbeiter zu ihrer Firma stehen.

Die Insolvenzverwaltung habe eine enorme Aufbauarbeit geleistet und die Firma gut aufgestellt. Mit Abschluss der Insolvenzphase sei jetzt ein zuversichtlicher Blick in die Zukunft möglich. Der Konzern CIMC plane eine Stärkung und einen Ausbau des Standorts, und die Entwicklung der Firma werde bei der Stadt auf offene Ohren stoßen und die notwendige Unterstützung erfahren.

International großes Wachstumspotenzial

Der neue Geschäftsführer Li Yinhui sagte über seine Dolmetscherin, er habe jetzt ein Gefühl der Verantwortung, der Firma Ziegler gemeinsam mit den Mitarbeitern eine gute Zukunft zu ermöglichen. „Ab heute beginnt ein neues Zeitalter.“ Er dankte den Mitarbeitern, die der Firma die Treue gehalten haben, und sieht international ein großes Wachstumspotenzial im Feuerwehrwesen.

Wenn Ziegler Nummer Eins sein wolle, müsse die Firma in China größter Feuerwehrausstatter werden. „Wenn wir uns alle anstrengen, werden die besten Tage für die Firma noch kommen“, so Li. Und schloss seine Rede dann doch noch auf Deutsch: „Guten Rutsch!“

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