Burgberg / Marc Hosinner Der FV Burgberg wurde vor 100 Jahren als reiner Fußballverein ins Leben gerufen. Heute sind auch die Kegler, der Jedermannsport und die Frauengymnastik fester Bestandteil der Vereinigung. Jetzt wird gefeiert.

In größeren Städten war das in Vereinen organisierte Spiel elf gegen elf auf zwei Tore in der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg nichts Neues mehr. Und doch kann der Entschluss, das Fußballspiel zu etablieren, in einem kleinen Ort wie Burgberg sicherlich als mutiger Schritt bezeichnet werden, zumal das Spiel mit dem runden Leder in Teilen der Bevölkerung noch als verpönt galt. Insofern war der 20, Mai 1919 ein geschichtsträchtiger Tag für den Ort zwischen Schloss und Stettberg. Im Gasthaus zum Kreuz wurde der FV Burgberg offiziell gegründet, von 17 Gründungsmitgliedern. Erster Vorsitzender wurde Georg Hirsch.

Das erste Wettspiel auf dem Feld oberhalb der Mühlhalde nahe dem Schloss gegen Giengen wurde zwar deutlich verloren, doch die ersten Erfolge des Burgberger Fußballvereins sollten sich schnell einstellen und der FV Burgberg wurde vor, aber insbesondere nach dem Zweiten Weltkrieg zu einem sportlichen Begriff. Der Verein spielte über Jahre hinweg in der zweiten Amateurliga Württemberg und verfügte obendrein über so gute Kontakte, dass es immer wieder gelang, Hochkaräter ins Dorf zu holen: 1956 schnürten die Fußballer des 1. FC Kaiserslautern in Burgberg ihre Kickstiefel. Darunter auch die Weltmeister Fritz und Ottmar Walter. Zwei Jahre später gastierte Rot-Weiß-Essen mit Helmut Rahn im Ort.

Zur Einweihung des neuen Sportplatzes samt Vereinsheim auf dem Stettberg, mit dem Bau war 1965 begonnen worden, bescherte die Abteilung den Zuschauern einen weiteren fußballerischen Leckerbissen: Zu Gast war der FC Bayern München, für den unter anderem Franz Beckenbauer, Gerd Müller, Sepp Maier und „Katsche“ Schwarzenbeck aufliefen. 4500 Zuschauer sahen das Spektakel mit insgesamt 22 Toren, in dem den Gastgebern immerhin ein Ehrentreffer gelang.

Der Fußballverein war einer der wichtigen Anker im gesellschaftlichen Leben des Orts, wenngleich sportlich auch mal kleinere Brötchen gebacken werden mussten und zwischen Bezirksliga, Kreisliga A und unterster Liga gependelt wurde. Derzeit rangiert das Team auf einem Mittelfeldplatz in der Kreisliga A.

Der FVB wurde 1919 als reiner Fußballverein gegründet. Die Öffnung zum Mehrsparten-Verein gelang 1976: Die von Fritz Oskar Weissel gegründete Jedermann-Sportgruppe wurde eingegliedert. „Das war eine Entscheidung mit Weitblick“, so der amtierende FVB-Vorsitzende Wolfgang Eckert heute.

Mit dem Bau eines zweiten Sportplatzes Ende der 1970er-Jahre wurde dem großen Zulauf an Kindern und Jugendlichen Rechnung getragen. In mehr als 900 Stunden Eigenleistung unter der Regie des heutigen Ehrenvorsitzenden Roland Baamann eine Spielstätte hinter dem Vereinsheim, das selbst in den 1990er-Jahren ertüchtigt und umgebaut wurde.

Die Eingliederung des damaligen Sport Kegel Clubs SKC als Abteilung Mitte der 90er-Jahre war ein weiterer Meilenstein in der Entwicklung des FVB“, so Eckert, der die sportlichen Erfolge mit Meistertiteln der Kegler heraushebt.

„Leider gab es in der Geschichte des Vereins nicht immer die Weitsicht, sich für andere Sportarten zu öffnen und aus mehreren Vereinen einen zu machen. Anträge, welche die Integration versprochen hätten, wurden abgelehnt. Aus heutiger Sicht ein Fehler“, so der Vorsitzende.

Stolz ist der Verein, zu dem auch eine rege Frauen-Gymnastikgruppe gehört, allerdings über die Jugendarbeit und den Zusammenhalt der aktuell etwa 300 Mitglieder. „Eine gute Vereinsarbeit wird auch weiter wichtig sein. Dazu gehört auch, neue Wege einzuschlagen“, so Eckert, der damit Kooperationen anspricht: Im Jugendbereich wird dieses Modell schon erfolgreich geführt und auch im Aktivenbereich wurde der FVB tätig: Künftig soll es eine Spielgemeinschaft mit dem RSV Hohenmemmingen geben. Weiteren erfolgreichen Jahrzehnten steht damit wohl nichts entgegen.

Zum Jubiläum geben sich sogar zwei Nationalmannschaften die Ehre

100 Jahre FV Burgberg: Klar, dass das auch gebührend gefeiert werden soll. Am Freitag, 24. Mai, findet ab 19.30 Uhr in der Maria-von-Linden-Halle der offizielle Festakt für geladene Gäste statt. Es wird Grußworte geben, unter anderem wird Oberbürgermeister Dieter Henle, gleichzeitig Schirmherr des Jubiläums, sprechen. Auch Ehrungen langjähriger Mitglieder werden vorgenommen.

In der Woche darauf gibt es am Donnerstag, 30. Mai, auf dem Stettberg einen Vatertagshock, der mit einem Festgottesdienst um 9.30 startet. Tags darauf, am Freitag, 31. Mai, steht die Oldie-Night auf dem Programm, die der FV Burgberg mit der Initiative „Dussa statt denna“ veranstaltet. Geboten wird Musik von einer Stimmungsband, einem Elvis-Imitator und einem DJ.

Fußball gespielt werden kann bei einenm Jedermannturnier, das am Freitag, 28. Juni startet. Einen sportlichen Schlagabtausch gibt es überdies am Samstag, 10. August: die Herren- und die Damennationalmannschaft der Kegler werden sich in einem Schauwettkampf mit einer Burgberger Meistermannschaft messen.