Giengen Warum gibt’s die A7-Schwelle und wann kommt sie wieder weg?

Giengen / Nadine Rau 05.06.2018
Kurz vor der Autobahnbrücke bei Giengen machen Autofahrer derzeit unfreiwillig einen Hopser. Auch einen Unfall gab es schon. Aber: Warum liegt dort überhaupt die Schwelle?

Bereits in der vergangenen Woche hatte die Schwelle auf der A7 in Fahrtrichtung Würzburg kurz vor der Giengener Autobahnbrücke für Ärger bei so manchem Autofahrer gesorgt: „Wer hat sich das wieder ausgedacht?“, schimpfte einer auf der HZ-Facebookseite. „Stoßdämpfer adé“, beschreibt ein anderer seine Fahrt. Ein Dritter „flog“ regelrecht darüber, mit einem Wohnmobil hinten angehängt. Kurzum: Wer sich nicht strikt an die vorgegebenen 60 Stundenkilometer hält - oder sogar noch langsamer fährt - der bekommt einen Stoß ins Kreuz und das Auto einen ebensolchen auf die Federn.

Unfall an der Schwelle am Montag

Am Montagmorgen kam es an der Stelle nun zu einem Unfall. Verletzt wurde zwar niemand, doch ein Arbeitsfahrzeug rutschte von einem Anhänger und auf die Fahrbahn. Es bildete sich ein langer Stau. Und es stellt sich nun erst recht die Frage: Warum ist diese Schwelle überhaupt dort und wie lange bleibt sie noch?

Warum ist die Schwelle dort?

Zur Erklärung: Vor einer Autobahnbrücke wie der Brenztalbrücke braucht es immer eine sogenannte Übergangskonstruktion zwischen der Fahrbahn auf befestigtem Boden und der Brücke. Weil dort Ende Mai eine Lamelle gebrochen war, hat das Regierungspräsidium am 24. Mai vorübergehend den rechten Fahrstreifen und den Standstreifen sperren müssen.

Die Höchstgeschwindigkeit ist in diesem Bereich seitdem auf 60 Kilometer pro Stunde begrenzt, weil ein sogenanntes mobiles Überbrückungssystem über beide Spuren aufgebaut worden ist. Sprich: Abdeckplatten aus Stahl sollen die eigentliche Konstruktion ersetzen, bis eine bereits beauftragte Firma die Lamelle repariert.

Entstanden ist somit ein Huckel, ähnlich eines „Speed Bumps“, wie man ihn aus verkehrsberuhigten Zonen kennt.

Zurück zum Unfall vom Montag: Die Polizei prüft im Nachgang die Unfallursache – laut einer Sprecherin des Regierungspräsidiums könnte es sein, dass der betroffene Fahrer zu schnell über die Abdeckung gefahren war.

Sollte dies nicht der Fall und die Abdeckung selbst eine Gefährdung sein, werde man in Stuttgart - so heißt es - „sicher in sich gehen und Änderungen überlegen“.

Zwischenzeitlich galt Tempo 40

Und Änderungen hatte es sogar bereits gegeben: Kurzzeitig hatte man die Höchstgeschwindigkeit an der betroffenen Stelle auf 40 Kilometer pro Stunde reduziert. „Das war während einer Prüfungsphase, in der wir überlegt hatten, ob 60 zu schnell sind“, so die Sprecherin des Regierungspräsidiums.

Das Ergebnis lautete allerdings, dass die Übergangslösung für 60 Kilometer pro Stunde ausgelegt sei. „Daran müssen sich die Autofahrer aber wirklich halten“, mahnt die Sprecherin. Für 40 Stundenkilometer auf der Autobahn würde man sehr gute Gründe und eine besondere Genehmigung brauchen.

Bis wann die Platten liegen, steht noch nicht genau fest. „Ungefähr bis Ende des Monats“, mutmaßt die Sprecherin. Die Firma plane derzeit die Sanierung und man versuche, alles so schnell wie möglich zu erledigen.

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