Spuren Wie kam die Polizei dem Steinewerfer auf die Schliche?

Weil er gegen das Waffengesetz verstoßen hatte, wurde beim mutmaßlichen Steinewefer 2009 eine Speichelrobe – wie im Foto dargestellt – genommen.
Weil er gegen das Waffengesetz verstoßen hatte, wurde beim mutmaßlichen Steinewefer 2009 eine Speichelrobe – wie im Foto dargestellt – genommen. © Foto: Fotolia
Giengen / Marc Hosinner 04.10.2016
Beim 36-jährigen Steinewerfer von Giengen wurde einst wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz eine Speichelprobe genommen. Diese führte die Ermittler nun zum Täter.

Die Speichelprobe führte zum Täter: Weil die DNA des 36-Jährigen, der gestanden hat, einen Stein auf die Fahrbahn der A 7 beim Flugplatz Giengen geworfen zu haben, im System war, kam die Polizei dem Täter auf die Schliche.

Seit 2009 lag der genetische Fingerabdruck des Heidenheimers, der zuletzt auf einem Wochenendhaus-Grundstück bei Herbrechtingen gewohnt hat, vor. Damals hatte der Mann nach Auskunft der Polizei-Pressestelle in Ulm gegen das Waffengesetz verstoßen. „Bei einem derartig schweren Delikt kann eine Speichelprobe angeordnet werden“, so ein Polizei-Sprecher. 2009 habe der Mann eine Schreckschusswaffe in eine „scharfe“ Waffe umfunktioniert. Zudem habe er damals mit Schwarzpulver hantiert und Munition hergestellt. Die Speicherdauer der DNA betrage zehn Jahre. 2019 wären die Daten normalerweise wieder aus dem System gelöscht worden.

Nicht aber beim Mann, dem jetzt versuchte Tötung vorgeworfen wird: Er sei, so die Polizei, in diesem Jahr wegen schwerer Körperverletzung erneut in Erscheinung getreten. Nach Auskunft der Ermittlungsbehörden habe er mit einem Fahrrad-Schloss nach einem Jugendlichen geworfen. „Durch diese Tat hätte sich die Speicherung der DNA um weitere zehn Jahre verlängert“, so der Sprecher des Polizeipräsidiums Ulm.

Durch den Steinwurf am vorvergangenen Sonntag kam es auf der A 7 zu einem Unfall, in dessen Folge sich der Wagen einer vierköpfigen Familie aus Laupheim mehrmals überschlagen hatte.

Während der Gesundheitszustand des 33-jährigen Vaters und der beiden vier und sechs Jahre alten Kinder relativ schnell als stabil eingestuft werden konnte, erlitt die 25-jährige Mutter mehrere Frakturen, eine Hirnblutung und ist in der Folge querschnittgelähmt. Auch ein Fuß musste ihr abgenommen werden. Nach Auskunft der Polizei befindet sie sich allerdings außer Lebensgefahr und wird stationär behandelt.