Giengen Wie geht es mit der Giengener Stadtbibliothek weiter

Hat in diesem Jahr mehr Öffnungstage als zuletzt. Der Bücherflohladen an der Lederstraße.
Hat in diesem Jahr mehr Öffnungstage als zuletzt. Der Bücherflohladen an der Lederstraße. © Foto: Sabrina Balzer
Giengen / Marc Hosinner 12.03.2018
Der Bücherflohladen an der Lederstraße in Giengen hat wieder geöffnet. Das Angebot soll auf zwei Samstage im Monat ausgeweitet werden. Mit OB Dieter Henle stehen Gespräche an.

Finanzielle und ideelle Unterstützung der Stadtbücherei: Das hat sich der Förderverein der Bibliothek auf die Fahnen geschrieben – seit 2004. Damals drohte die Schließung der Bibliothek, ein Beschaffungsetat war nicht vorhanden.

Aus monetärer Sicht lief es allerdings im vergangenen Jahr richtig gut. „Der neue Laden an der Lederstraße kam sehr gut an. Wir hatten nur neunmal auf und haben mehr Geld durch den Verkauf von gespendeten Büchern eingenommen als zuvor, als wir noch an der Memminger Torstraße präsent waren“, sagt die Vorsitzende des Fördervereins, Sylvia Gohle.

Gut, wenn nicht sogar sehr gut möglich, dass im Jahr 2018 noch mehr Geld zusammenkommt, mit dem die Bibliothek neue Medien anschaffen kann: Am Samstag öffnete der Bücherflohladen erstmals in diesem Jahr. „Es lief richtig gut“, so Gohle gestern. Der Förderverein wird die Öffnungstage ausweiten – auf generell zwei Samstage im Monat – mit Ausnahme des Dezembers.

Sorgen, dass nicht genügend Bücher vorhanden sind, gibt es derzeit keine. „Wir wurden im Vorfeld relativ gut versorgt, hoffen aber, dass das weiter anhält“, sagt Gohle, die mit ihren Mitstreitern kurz vor der Eröffnung noch zusätzliche Regale aufgebaut hatte.

Am besten gehen im Bücherflohladen Taschenbücher, Kochbücher und Biografien. Gern gekauft würden auch historische Romane. „Beim Preis werden wir uns immer einig. Wir wollen ja, dass die Leute wiederkommen. Nur verschenken wollen wir nichts. Das Geld wird schließlich für die Bibliothek benötigt“, so Gohle.

Von allen Bibliotheken und Büchereien im Landkreis Heidenheim hat die Giengener Einrichtung die kleinste Auswahl. Nicht einmal ein Medium, nämlich nur 0,95 gibt es pro Einwohner.

„Der Medienbestand ist das eine, die Platznot das andere“, so Gohle. Im Erdgeschoss der Grabenschule stünden gerade mal 150 Quadratmeter zur Verfügung. „Das reicht bei weitem nicht aus. Bei einer Einwohnerzahl von fast 20 000 müssten es eigentlich 600 Quadratmeter sein“, so die Vorsitzende des Fördervereins, der seit der Gründung nicht nur Veranstaltungen wie beispielsweise Lesungen organisierte, sondern auch etwa bei Kulturnächten die Bewirtung übernahm. Die Erlöse flossen immer in Richtung Bibliothek.

Lobbyarbeit soll weitergehen

„Wir wollen auch in Zukunft Lobbyarbeit für die städtische Einrichtung betreiben. Pläne für eine Vergrößerung gab es ja in der Vergangenheit schon, sie wurden aber nicht umgesetzt. Wir wollen da mit Nachdruck dranbleiben“, so die Vereinsvorsitzende.

Derzeit bereiten sich das Vorstandsteam um Gohle, Tilman Kreh und Dr. Hans-Hellmut Jahn und die gut 80 Mitglieder auf ein Gespräch mit Oberbürgermeister Dieter Henle vor. Dieses soll demnächst stattfinden.

Henle hatte zuletzt bei einem Besuch des Grünen-Landtagsabgeordneten Martin Grath gesagt: „Die Bibliothek in Giengen muss wieder zum attraktiven Treffpunkt werden.“ Ein Satz, den der Förderverein sicherlich sofort unterschreiben dürfte.

Der Bücherflohladen hat 2018 geöffnet am 10. und 24. März, 14. und 28. April, 12. und 26. Mai, 9. und 23. Juni, 7. und 21. Juli, 11. und 25. August, 8. und 22. September, 13. und 27. Oktober sowie zum Abschluss am 10. November – immer von 9.30 bis 12.30 Uhr. An den Öffnungstagen können im Laden Bücher abgegeben werden.

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