Giengen Wie geht es mit den Schulen in den Teilorten weiter?

Auch künftig sollen die Kinder auf dem Burgberger Schulhof toben. Angedacht wird, ob eine Zusammenlegung mit dem Kindergarten Sinn macht.
Auch künftig sollen die Kinder auf dem Burgberger Schulhof toben. Angedacht wird, ob eine Zusammenlegung mit dem Kindergarten Sinn macht. © Foto: Markus Brandhuber/Archiv
Giengen / Marc Hosinner 24.06.2018
Der Gemeinderat spricht sich für die Schul-Standorte in Hürben und Burgberg aus. Über eine räumliche Zusammenlegung von Kindergarten und Schule in Burgberg soll nachgedacht werden.

Unheimlich wichtig für das dörfliche Leben sind nach Ansicht der Stadtverwaltung die Grundschulen in den Teilorten. Ziel müsse es sein, alle Möglichkeiten zu ergreifen, um die Standorte aufrecht zu erhalten.

Das sehen auch die Mitglieder des Gemeinderates so. Dem Gremium wurden – wie im auf vier Jahre angelegten Prozess der Stabilisierung der Schülerzahlen – am Donnerstagabend Informationen an die Hand gegeben, wie es um die Einrichtungen in Hürben und Burgberg steht und vor allem, wie es dort weiter gehen soll.

In beiden Grundschulen werden die Schüler derzeit in Kombiklassen unterrichtet. Erste und zweite Klasse bilden ebenso einen Verbund wie dritte und vierte.

In Burgberg wird sich das im nächsten Schuljahr ändern: Weil nur vier Kinder angemeldet wurden, werden insgesamt nur 19 Jungen und Mädchen unterrichtet. Die Folge: Es wird eine Kombiklasse geben (mehr dazu im separaten Beitrag).

In den folgenden Schuljahren entspannt sich die Situation laut Prognose der Stadt am Standort merklich: im Schuljahr 2019/20 werden demnach 28 Kinder in zwei Kombiklassen unterrichtet, im Jahr darauf 41, 2021/22 sogar 52 und im darauf folgenden Schuljahr 53. Langfristig steht der Standort – sollten die Zahlen Realität werden– also eher nicht zur Disposition.

„Wir sollten uns auf den Zahlen aber nicht ausruhen und organisatorische Maßnahmen einleiten. Das Heranführen an die Grundschule beginnt im Kindergarten“, so Oberbürgermeister Dieter Henle, der gleichzeitig zu Bedenken gab, dass derzeit 14 Kinder in anderen Kommunen unterrichtet werden. Dem gelte es vehement entgegen zu wirken.

Kinder am Ort halten

Das ist auch eine der Handlunsgsmöglichkeiten für Burgberg, die in den nächsten Monaten näher betrachtet werden sollen: „Die laut Bevölkerungsvorausberechnung vorhandenen und bereits geborenen Kinder müssen in Burgberg gehalten werden, so dass auch der Fortbestand der Grundschule gesichert werden kann“, heißt es in der Vorlage der Verwaltung. Hierzu soll eine Umfrage vorgenommen werden, auch unter den Eltern der Kinder unter drei Jahren. Dies sei notwendig, um der Abwanderung entgegenzuwirken.

Entsprechend dem ermittelten Bedarf soll über die Ausweitung der Betreuungszeiten im Kindergarten entschieden werden. Zudem müsse vor dem Hintergrund der Umfrageergebnisse auch das Betreuungsangebot an der Schule überprüft werden.

Es soll zudem darüber nachgedacht werden, Kindergarten und Schule in einem Gebäude zusammenzufassen – und zwar im Schulgebäude. Hierzu müssten Anbauten vorgenommen werden. Im Rahmen des Konzepts „Bildungshaus“ soll geprüft werden, ob eine Zusammenlegung des Kindergartens mit der Grundschule Burgbergs in den nächsten zwei Jahren erfolgen kann.

Sollten sich wider Erwarten die Schülerzahlen nach unten bewegen, soll die Entscheidung über eine Angliederung an eine andere Schule fallen, um den Schulstandort aufrecht zu erhalten.

In Hürben, so Henle, „haben wir Stabilität auf niedrigem Niveau“. Fürs kommende Schuljahr wird mit insgesamt 29 Kindern gerechnet, in den Folgejahren mit 27, 24, 29 und im Schuljahr 2021/22 mit ebenfalls mit 29.

Als Handlungsoption für Hürben wird vorgeschlagen: So lange ausreichend Schüler vorhanden sind, soll die Grundschule Hürben wie bisher als eigenständige Schule bestehen bleiben.

Abfrage zur Ganztagesbetreuung

Parallel soll eine Abfrage zur Ganztagesbetreuung bei Eltern von Kleinkindern und Kindergartenkindern vorgenommen werden. Zudem könnten Veränderungen der Öffnungszeiten im Kindergarten Hürben vorgenommen werden, um Abwanderungen in andere Kindertageseinrichtungen entgegenzuwirken.

Auch an der Grundschule Hürben müsse eine Überprüfung des Betreuungsangebots erfolgen.

„Die Schulen haben in den vergangenen Monaten viel getan. Flankierende Maßnahmen sind dennoch wehr wichtig“, so SPD-Stadträtin Monika Albrecht-Groß. Ihr Fraktionskollege Klaus Kälble befand es für „gut, dass wir ein Konzept erarbeiten“, gab aber zu Bedenken, dass sich die Räume in Burgberg ändern müssen. „Das ist kein Ort, an dem ich mich wohl fühlen würde“. Karin Häußler (CDU) war der Meinung, man müsse „nach vorne schauen“. Die „gute Arbeit beider Schulen“ solle weiter gehen“. Ihr Fraktionskollege Michael Bender sprach sich dafür aus, die Bildungshäuser weiter zu unterstützen. „Wir haben gute Pädagogen“, so der CDU-Stadtrat.

Angemahnt wurde seitens des Gremiums allerdings, dass künftig alle an einem Strang ziehen müssen. „Wir stehen zu den Schulen. Das ist aber keine Einbahnstraße. Die Eltern müssen ihre Kinder auch am Ort in die Schule schicken“. Gaby Streicher sagte. „Wir müssen dringend an den Gründen arbeiten, aufgrund derer Eltern ihre Kinder nicht am Wohnort für die Schule anmelden.“

Informationsabend für Eltern

am kommenden Montag

Im Schuljahr 2018/19 – also ab Herbst– wird es aufgrund der aktuellen Schülerzahlen in Burgberg nur eine Klasse geben, die alle vier Stufen umfasst. „Dank des großen Engagements von Schulleitung, Schulträger, Elternbeirat und Förderverein ist es uns gelungen, weitere Angebote zur Differenzierung sowie den Unterricht flankierende Bildungsangebote durch Partner sicherzustellen“, sagt Oberbürgermeister Dieter Henle.

Am kommenden Montag, 25. Juni, findet ab 19 Uhr in der Grundschule ein Informationsabend für Eltern jetziger und künftiger Grundschüler in Burgberg statt. „Wenn die derzeitigen Prognosen eintreffen, kann das Staatliche Schulamt im Schuljahr 2019/20 wieder zwei Kombinationsklassen einrichten. Was wir genau unternehmen und den Kindern anbieten, erläutern wir an unserem Infoabend“, so das Stadtoberhaupt.

Gemeinsam mit den Eltern wolle man „alle Anstrengungen unternehmen, die Grundschule Burgberg für die Zukunft so gut wie möglich aufzustellen. Die Grundsteine hierfür werden derzeit gelegt“.

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