Tiere Wenn plötzlich einer einen Vogel hat . . .

Giengen / Joelle Reimer 29.07.2015
Normalerweise dreht sich bei der BSH Hausgeräte GmbH alles um Kälte. Ein kleiner Vogel macht die Ausnahme: Er fällt aus dem Nest, Meister Daniel Juraschka päppelt ihn auf und ersetzt tagelang die Nestwärme durch seine Körperwärme.

Wie schnell es gehen kann, dass man als Meister nicht nur für die reibungslose Produktion von Kühlgeräten zuständig ist, sondern sich auch noch als tierischer Ziehvater beweisen muss, das hat Daniel Juraschka im Giengener BSH-Werk erlebt. Anfang Juli fiel in einer Produktionshalle der BSH ein kleiner Hausrotschwanz aus seinem Nest – die Augen zu, halb nackt, hilflos. Weshalb die Vogelmutter ihr Nest ausgerechnet in einer Kältefabrik gebaut hat, bleibt ungeklärt, aber der Findling hatte Glück: Meister Daniel Juraschka entdeckte ihn, taufte ihn Bruno und kümmert sich seither liebevoll um ihn.

Er nahm den Vogel mit nach Hause, ersetzte ihm die Nestwärme, indem er ihn in der Hand hielt und mit Kleidungsstücken bedeckte. Nicht lange, und dem kleinen Piepmatz wuchsen die ersten richtigen Federn – er wurde zu einem richtig flauschigen Kerlchen, das auf eigenen Beinen stehen konnte und munter in die Gegend blinzelte. Kurz darauf gelangen ihm sogar schon die ersten Flugversuche zur Schulter seines Ziehvaters – wo er sich am liebsten an den Hals kuschelte.

Heute, fast einen Monat später, ist Bruno so gut wie ausgewachsen: Aus ihm ist ein stolzer Hausrotschwanz geworden. Er fliegt mittlerweile mehrmals am Tag seine Runden im Freien, kann durch die Balkontüre kommen und gehen, wann er will. Und da Vertreter dieser Singvogelart sehr früh am Morgen aktiv werden, könnte sich Daniel Juraschka in Zukunft sogar zur Arbeit von ihm wecken lassen.