Giengen Stadtwerke verkauften weniger Gas, aber mehr Wasser

Er ist zwar nur noch Hülle und damit ein Baudenkmal, ein Symbol für die Wasserversorgung und damit auch für die Stadtwerke GmbH ist der Wasserturm in der Südstadt nach wie vor.
Er ist zwar nur noch Hülle und damit ein Baudenkmal, ein Symbol für die Wasserversorgung und damit auch für die Stadtwerke GmbH ist der Wasserturm in der Südstadt nach wie vor. © Foto: Sabrina Balzer
Giengen / Dieter Reichl 13.08.2018
2017 wurde beim Giengener Energieversorger ein Überschuss von rund 850 000 Euro erzielt, der zum Teil an die beiden Gesellschafter fließt und zum Teil in die Rücklage eingestellt wird.

Gute Nachrichten für die Stadt zur Sommerpause: Bei der Vorlage des Jahresabschlusses 2017 der Stadtwerke GmbH konnte über die Verwendung des Jahresüberschusses in Höhe von knapp 860 000 Euro beraten werden. Gegen die Verwendung dieser Summe, nämlich dass knapp 460 000 Euro anteilig an die beiden Gesellschafter ausgeschüttet werden und der Restbetrag von 400 000 Euro in die Gewinnrücklage eingestellt wird, gab es keinen Widerspruch, zumal ein Überschuss in dieser Höhe nicht erwartet worden war.

Die beiden Gesellschafter sind die Stadt Giengen mit einem Anteil von 74,9 Prozent an der Gesellschaft, und die EnBW-ODR mit einem Anteil von 25,1 Prozent. Die GmbH selbst bewertet ihre Finanz-, Vermögen- und Ertragslage als äußerst zufriedenstellend. Die Bilanzsumme insgesamt lag 2017 bei 24,3 Millionen Euro. Auch die Vertriebs-Tochtergesellschaft Einhorn-Energie verzeichnete einen Jahresüberschuss. Laut Geschäftsbericht liegt er für 2017 bei 447 000 Euro.

Keine drastischen Ausschläge

Das Kerngeschäft der Stadtwerke GmbH ist die Versorgung der Bevölkerung mit Gas und Wasser. Drastische Ausschläge gab es im Vergleich zum Vorjahr in keiner der beiden Sparten. Die Gaslieferungen sanken, die Wasserlieferung stiegen leicht.

Der Gasabsatz ging laut Geschäftsbericht im vergangenen Jahr um rund 9000 Megawattstunden (MWh) zurück, auf 232 000 Megawattstunden. Dies entspricht einem Rückgang um rund 3,8 Prozent. Allerdings hatte im Jahr zuvor einen Zuwachs um rund 6,9 Prozent gegeben. Die aktuelle Entwicklung wurde mit einem verstärkten Wettbewerb im liberalisierten Energiemarkt begründet, so dass es auch bei der Tochterfirma Einhor-Energie zu Kundenverlusten und somit zu einer verringerten Abgabe der Stadtwerke an die Weiterverteiler kam. Das Erdgasnetz der Stadtwerke ist insgesamt 163 Kilometer lang, versorgt werden rund 4000 Kunden in der Kernstadt, in Burgberg, Hohenmemmingen und Hürben. Knapp 80 Prozent aller Haushalte in der Kernstadt setzen Erdgas als Heizenergie ein.

Eine Steigerung ergab sich bei den Wasserlieferungen im Geschäftsjahr 2017. Das Plus liegt bei 45 000 Kubikmetern, insgesamt flossen 1,29 Millionen Kubikmeter durch die Leitungen. Prozentual bedeutet dies eine Steigerung um 3,6 Prozent. Begründet wird sie vor allem durch einen Wasserrohrbruch bei einem Großkunden. Aber auch im tarifkundenbereich sei der Wasserverbrauch gestiegen. Die Stadtwerke sehen hierbei unterschiedliche Faktoren, die vom Verbrauchsverhalten der Einwohner bis hin zum Wetter reichen.

Sieben eigene Tiefbrunnen

Rund 90 Prozent des Giengener Wassers stammen aus den eigenen sieben Tiefbrunnen, sechs davon in Bernau, einer befindet sich in Sachsenhausen. Für die Teilorte Burgberg und Hürben wird Wasser vom Zweckverband Landeswasserversorgung bezogen. Aufs Neue wird im Geschäftsbericht ausdrücklich vermerkt, dass das Giengener Trinkwasser höchsten Ansprüchen an Qualität genügt. Die jährlich mehrmals stattfindenden chemischen Trinkwasseranalysen würden dies bestätigen.

Neben Gas und Wasser zählen in geringerem Maße auch Photovoltaikanlagen, die Wärmeerzeugung sowie der Betrieb des Parkhauses im Schlössle zu den Geschäftsfeldern der Stadtwerke. Letzteres verzeichnete bei gleichbleibender Auslastung und Akzeptanz einen Rückgang an Umsatzerlösen von 22 000 auf 20 000 Euro. Grund waren defekte Parkautomaten.

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