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Die Kreisbaugesellschaft will an der Memminger Straße ein Mietwohnhaus mit 16 Wohnungen bauen.

Oberbürgermeister Dieter Henle sprach am Donnerstag im UPT-Ausschuss von einem begrüßenswerten Vorhaben: Die Kreisbaugesellschaft hat vor, in der Memminger Wanne eine Baulücke zu schließen. An der Ecke Memminger Straße und Hohenzollernstraße soll ein Mehrfamilienhaus mit 16 Wohnungen entstehen. Die Wohnungen sollen, was die Mietpreise angeht, im erschwinglichen mittleren Bereich liegen und damit einen in der Stadt bestehenden Bedarf decken. Nach derlei Wohnungen bestehe eine hohe Nachfrage, so Henle.

Details zum geplanten Gebäude, für das eine Bauvoranfrage vorliegt, stellte Wolf-Michael Meyer vom Bauordnungsamt vor: Es soll auf dem Grundstück, das bereits der Kreisbau gehört, ein 38 mal zwölf Meter großes und bis zur Firsthöhe elf Meter hohes und mit einem Satteldach versehenes Gebäude entstehen. Nachdem das Dachgeschoss als Vollgeschoss gebaut wird, wird das Gebäude drei Vollgeschosse haben. Die Wohnungen haben zwei, drei und vier Zimmer. Im Untergeschoss sind die Tiefgarage und die Kellerräume untergebracht.

Mehrere Verstöße

Das Gebäude liegt innerhalb des Baufeldes, wie es der Bebauungsplan dort vorsieht, einige planungsrechtliche Verstöße liegen dennoch vor. Diese betreffen die Grundflächenzahl, die Anzahl der Vollgeschosse und die Gesamtlänge der Dachaufbauten. Die Baurechtsbehörde sieht diese Verstöße als nicht gravierend an. Das Haus gliedere sich mit dem traditionellen Satteldach in die Umgebung ein und stehe dennoch für eine moderne Architektur, wurde argumentiert. Der Zugang zu den Wohnungen erschließe sich durch einen durchgehenden Laubengang. Dieser überschreite die erlaubte Länge der Gauben, aber unter dem Gesichtspunkt des kostengünstigen Bauens wurde auf ein zweites Treppenhaus mit Aufzugsanlage verzichtet. Bei dem geplanten ausgebauten Dachgeschoss handle es sich nur ganz knapp um ein Vollgeschoss. Die zulässige Fläche werde um lediglich fünf Prozent überschritten.

Insgesamt seien die Verstöße aus städtebaulicher Sicht hinnehmbar, hieß es. Das Vorhaben diene der Innenentwicklung, die vorgesehenen Wohnungen seien über einen Aufzug barrierearm zu erreichen. Damit werde das Angebot an bezahlbaren Wohnungen in der Stadt und insbesondere in der Memminger Wanne deutlich vergrößert. Die Baurechtsbehörde beabsichtige, einen positiven Bauvorbescheid bis Ende Mai zu erteilen.

Sinnvolle Innenentwicklung

Ausschussmitglied Dr. Erwin Kleemann sagte, er frage sich, warum es eigentlich Bebauungspläne gebe, Ausnahmen seien unterdessen die Regel. OB Dieter Henle sagte, man schaue im Einzelfall schon genau hin, das vorliegende Projekt sei aufgrund der Schaffung neuen Wohnraums zu unterstützen.

Gabriele Fetzer sagte, so richtig barrierefrei komme ihr das Haus mit dem Zugang über den Laubengang nicht vor. Man spreche nicht von barrierefrei, sagte Wolf-Michael Meyer, sondern von barrierearm.

Gaby Streicher betonte, aus ihrer Sicht seien die Abweichungen nicht gravierend, es handle sich um eine sinnvolle Innenentwicklung und -verdichtung. Dass mit den Mietwohnungen die mittlere Preisklasse abgedeckt werde, sei zu begrüßen. Wilhelm Oszfolk sagte, die unterschiedlich großen Wohnungen seien eine gute Mischung, das spreche alle an. „Die Fläche ist da, jetzt wird sie eben bebaut.“