Giengen Was sagen die Giengener zum Industriepark?

Der Industriepark ist derzeit das bestimmende Thema vor allem in Hürben. Junge Landwirte sind entsetzt und protestieren mit Plakaten wie diesem, andere sehen die Pläne positiv.
Der Industriepark ist derzeit das bestimmende Thema vor allem in Hürben. Junge Landwirte sind entsetzt und protestieren mit Plakaten wie diesem, andere sehen die Pläne positiv. © Foto: Sabrina Balzer
Giengen / Nadine Rau 13.09.2018
In Giengen soll an der A7 ein weiterer, 40 Hektar großer Industriepark entstehen. Was sagen die Bürger dazu?

Karl Mayer, 72, Giengen

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„Als Vorsorge für weitere Industrieansiedlungen befürworte ich die Pläne. Es geht dabei schließlich um Arbeitsplätze und Gewerbesteuer, da ist Giengen nicht so stark aufgestellt. Die Bauern sollten Ausgleichsflächen bekommen.“

Georg Held, 81, Hürben

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„Aus Sicht der Stadt muss man dafür sein, wegen des Flächenverbrauchs dagegen. Ich verstehe es, dass die Landwirte hier protestieren, früher hieß es immer, dort oben seien die besten Äcker. Ich fürchte, dass der Verkehr zunimmt und dass nicht so viele Arbeitsplätze entstehen, weil man das in Logistikfirmen nicht braucht.“

Markus Eßlinger, 27, Hürben

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„Für mich als Landwirt ist das nicht akzeptabel, ich bin definitiv dagegen. Wegen des Parks gehen Wasser- und CO2-Speicher verloren und das größte Problem ist, dass man so viel Natur zerstört, die man nicht mehr wiederbekommt. Die Einnahmen sind noch überhaupt nicht absehbar und Logistik spielt sich heutzutage auf den Schienen und LKW ab, da gibt es keine Arbeitsplätze.“

Moritz Eberhardt, 21, Hürben

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„Aus ökologischer Sicht ist das nicht vertretbar, dass man besten Ackerboden einfach zerstört. Mit der Logistik fördert man höchstens den Onlinehandel und gleichzeitig schimpft man, dass die Innenstadt in Giengen ausstirbt. Ich habe das Gefühl, wir jungen Landwirte hier sind die Einzigen, die das verstehen, alle anderen nicken die Pläne einfach ab.“

Lilia Bolgert, 38, Hohenmemmingen

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„Auf der einen Seite sind die Pläne schlecht für die Bauern, weil sie immer mehr verlieren. Andererseits weiß man ja noch nicht genau, was dort oben hinkommen wird – und vielleicht ist doch etwas dabei, das der Stadt Positives bringt. Auf lange Sicht setzt sich die Industrie wohl gegen die Bauern durch.“

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